16.03.2006 10:37 |

H5N1 in Europa

Erster Vogelgrippe-Fall in Schweden

Am Mittwoch wurde von den schwedischen Behörden erstmals das Auftreten des gefährlichen Vogelgrippevirus gemeldet. Wie das staatliche Veterinäramt in Stockholm mitteilte, hätten Analysen im EU-Speziallabor im britischen Weybridge erste eigene Testergebnisse bestätigt. Die untersuchten Wildenten waren vor gut zwei Wochen in der Umgebung des Atomkraftwerkes Oskarshamn an der schwedischen Ostseeküste gefunden worden.

Nach jüngeren Funden toter Vögel gilt es als wahrscheinlich, dass der Erreger sich bis zur Südspitze des skandinavischen Landes ausgebreitet hat. Die Behörden erklärten, es seien nach den Analyseergebnissen aus Weybridge keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen nötig, weil man bereits vor zwei Wochen von der Bestätigung des H5N1-Verdachtes ausgegangen sei.

Kein H5N1-Ausbruch in Nutzflügelbestand
Der Verdacht auf einen erstmaligen Ausbruch der Vogelgrippe in einem Nutzgeflügelbestand in Deutschland hat sich hingegen nicht bestätigt. Die abschließenden Untersuchungen im Labor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) hätten eine Infektion in dem Entenbestand in Bayern mit dem H5N1-Virus ausgeschlossen, teilte das zuständige Ministerium in Berlin mit. Ein Schnelltest hatte bei sieben verendeten Enten zuvor Grippeviren vom Typ A nachgewiesen.

Unterdessen wurden aber vom Bodensee und aus Mecklenburg-Vorpommern neue Vogelgrippe-Fälle bei Wildvögeln gemeldet. In Bayern wurde das Virus H5N1 bei einer verendeten Wildente aus Lindau nachgewiesen. Der Erreger wurde zudem bei einer toten Reiherente in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) gefunden.

Ente ist nicht gleich Ente
Einem vermeintlichen Vogelgrippe-Alarm ist die Autobahnpolizei Münster am Dienstag aufgesessen. Mit den Worten "Da liegt eine Ente auf dem Seitenstreifen" habe ein Anrufer die Beamten alarmiert, teilte die Autobahnpolizei am Mittwoch mit.

Der Polizei schwante Böses, sahen sie sich doch schon in Schutzanzügen einen seuchen-infizierten Vogel bergen. Als sie die Stelle erreichten, löste sich der Stress: Sie fanden eine liegen gebliebene Blech-Ente, einen alten Citroen 2 CV. Unter Gelächter verhalfen sie dem vermeintlichen Vogel mit Benzin zum "Weiterflug".