Sensations-Fund vor der Küste in der Südtürkei: Archäologen haben ein Schiffswrack in rund 30 Metern Tiefe entdeckt, das das älteste der Welt sein dürfte. Viel ist von dem Fahrzeug zwar nicht mehr übrig, aber die noch erhaltene Ladung gibt Aufschluss über das Alter.
Das Wrack wurde nahe der Insel Kekova entdeckt, wie der Sender CNN berichtete. An Bord hatte es zahlreiche antike Vorratsgefäße – diese Amphoren konnten laut dem türkischen Kulturministerium geborgen werden.
Schiff hatte wohl Olivenöl und/oder Wein an Bord
Die Amphoren sind etwa 4400 bis 4700 Jahre alt. Sie liefern neue Erkenntnisse über die Seefahrtsgeschichte, den Alltag der Seeleute und die damaligen Handelsbeziehungen. In den Gefäßen soll vor allem Olivenöl und Wein transportiert worden sein.
Videoaufnahmen vom Fundort:
Eine Amphore wies dabei eine Besonderheit auf: Sie verfügt über eine Markierung und zwei Löcher. Die Forscher vermuten, dass sie zur Herstellung von Käse oder Butter diente. Der Fund könnte bedeuten, dass die Seeleute auch Ziegen auf ihren Reisen mitgenommen hatten, um während der Fahrt Milchprodukte herzustellen.
Amphoren geben Aufschluss über Alter
Die Entdeckung wurde vor rund vier Jahren gemacht, damals ging man jedoch davon aus, dass die Gefäße viel jünger seien. Doch dann fand man heraus, dass solche Amphoren auch in der Nähe der Pyramiden von Gizeh in Ägypten gefunden worden waren. Die älteste davon soll sich zur gleichen Zeit im Bau befunden haben, als das Schiff sank. „Diese ähnelten den Amphoren in unserem Schiffswrack“, erklärte der Leiter der Ausgrabungen, Hakan Öniz gegenüber CNN.
Auch eine Expertin im Gebiet der Amphoren wurde zu Rate gezogen – weitere Untersuchungen folgen. Das Forscherteam aus der Türkei sei jedoch „grundsätzlich zuversichtlich“, dass es sich um das älteste Schiffswrack der Welt handele. Denn auch andere Gegenstände lassen auf ein höheres Alter schließen. „Auch die Anker und andere Artefakte, die an der Schiffswrackstelle gefunden wurden, deuten auf dieselben Jahrhunderte hin“, erklärte Öniz.
Das Schiff dürfte den ersten Erkenntnissen zufolge im östlichen Mittelmeerraum unterwegs gewesen sein. „Die Tatsache, dass ähnliche Beispiele in Ägypten, Troja und Kreta gefunden wurden, ist von großer Bedeutung für das Verständnis der Handelsnetzwerke, die verschiedene geografische Gebiete über Seewege miteinander verbanden“, so der Forscher. Das Schiff könnte auf dem Weg nach Troja oder Kreta unterwegs gewesen sein, als es Schiffbruch erlitt.
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