Der neue ÖBB-Fahrplan

Mehr Züge, mehr Verbindungen – aber höhere Preise

Wirtschaft
14.10.2026 19:45

Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember bauen die ÖBB auch ihr Angebot im In- und Ausland aus. So verkehren ab Sommer 2027 zum Beispiel elf tägliche Direktzüge zwischen Graz nach Linz. Aber auch Verbindungen nach Belgrad, Italien oder in die Slowakei sind geplant. Die Ticketpreise legen durchschnittlich um 3,5 Prozent zu.

Die ÖBB werden auch im nächsten Jahr ihr Angebot ausweiten, mehr Züge und Direktverbindungen anbieten und die Flotte modernisieren. Deutlich gestärkt wird im Inland beispielsweise die Strecke Graz-Linz. Ab Juli 2027 kommen dort drei zusätzliche Züge pro Richtung auf damit täglich elf direkte Verbindungen dazu. „Wir reagieren damit auf die steigende Nachfrage, die zwischen Graz und Linz entsteht“, erklärt ÖBB-Chef Andreas Matthä.

Aber auch die erfolgreiche Koralmbahn wird um einzelne Früh- und Spätverbindungen erweitert. Die Nachfrage durch den neuen Tunnel entwickelte sich laut Matthä sehr positiv. Waren es in den ersten sechs Monaten im Schnitt 7000 Fahrgäste pro Tag, stieg die Zahl im zweiten Halbjahr auf 10.000 pro Tag an. „Dort, wo die Fahrzeiten verkürzt werden, wachsen die Regionen entsprechend zusammen“, freut sich der Bahnchef.

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Dort, wo die Fahrzeiten verkürzt werden, wachsen die Regionen entsprechend zusammen.

ÖBB-Chef Andeas Matthä

In der Ostregion soll wiederum der Flughafen Wien besser angebunden werden. Außerdem kommen zusätzliche Züge zwischen Wien und Wiener Neustadt, Eisenstadt und Wulkaprodersdorf sowie zwischen Wien Westbahnhof und Eichgraben. In Vorarlberg entstehen neue Direktzüge nach Deutschland und in die Schweiz.

Neue Strecken nach Belgrad oder Italien
Die ÖBB erhöhen generell ihr internationales Angebot. Bemerkenswert ist beispielsweise eine neue Direktverbindung in die serbische Hauptstadt. Erstmals seit dem Jahr 2019 soll es somit zweimal täglich in rund 6,5 Stunden wieder ohne Umsteigen nach Belgrad gehen. Das sei gegenüber den Direktbusverbindungen, die etwa zehn Stunden unterwegs sind, eine deutliche Verbesserung, betont Matthä. Der genaue Startzeitpunkt ist allerdings noch offen.

Mit Hochgeschwindigkeitszug nach Rom
Ebenfalls spannend ist ab Sommer 2027 die Kooperation mit der Deutschen Bahn und Trenitalia. Auf der Verbindung von München über Innsbruck nach Mailand und Rom soll der italienische Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa zweimal täglich zum Einsatz kommen. In die Slowakei starten wiederum zwei neue Euro-City-Direktzüge von Wien über Bratislava und Žilina nach Košice . Mit dem Fahrplanwechsel und der abgeschlossenen Generalsanierung der Strecke Passau-Nürnberg kehren auch die ICE-Verbindungen nach Nürnberg, Frankfurt, Dortmund und Berlin zurück. Neu ist auch ein ICE in der Nacht nach Stuttgart.

6,1 Milliarden Euro für neue Züge
Weiter vorangetrieben wird auch die Flottenmodernisierung. Bis ins Jahr 2030 sollen dafür 6,1 Milliarden Euro in 330 neue Züge fließen. Knapp ein Drittel der Garnituren sei schon „eingeflottet“ worden, 2027 kommen weitere 57 Fahrzeuge. „Es ist in Summe zweifellos das größte Beschaffungsprogramm in der Geschichte“, erklärt Matthä.

Bahnchef Andreas Matthä: „Größtes Beschaffungsprogramm der Geschichte.“
Bahnchef Andreas Matthä: „Größtes Beschaffungsprogramm der Geschichte.“(Bild: APA/BARBARA BUCHEGGER)

Sperre des deutschen Ecks bereitet Sorgen und längere Fahrzeit
Für Reisende zu einer Herausforderung wird zwischen 8. Februar und 9. Juli 2027 das Bauprojekt zwischen Freilassing und Rosenheim am deutschen Schienennetz. Der Fernverkehr von Wien nach München muss dadurch über Passau umgeleitet werden. Nach Tirol, Vorarlberg und Zürich hat man zwei Möglichkeiten: Entweder mit dem Bus bis Kufstein oder dem Zug über Zell am See. Je nach Variante verlängert sich die Reisezeit um 60 bis 120 Minuten.

Ticketpreise steigen im Schnitt um 3,5 Prozent
Mit dem neuen Fahrplan geht es auch mit den Ticketpreisen wieder hinauf. Im Durchschnitt beträgt die Verteuerung 3,5 Prozent – etwas weniger als die aktuelle Inflation, wie man betont. Die neuen Preise gelten ab 13. Dezember, Tickets können aber schon jetzt gebucht werden. Auch im Dezember 2025 wurden die ÖBB-Tickets im Schnitt im selben Ausmaß erhöht.

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