23.01.2006 10:58 |

Slalom in Kitz

Olympiasieger Vidal gewinnt am Ganslernhang

Olympiasieger Jean-Pierre Vidal hat am Sonntag überraschend den Slalom in Kitzbühel gewonnen. Der seit seiner unerwarteten Goldfahrt vor vier Jahren sieglose Franzose gewann vor dem ÖSV-Sensationsmann Reinfried Herbst sowie 0,50 vor Benjamin Raich, der sich damit vor Bode Miller auch die Kombination und den Titel eines Hahnenkamm-Siegers sicherte.

Vidal, der über vier Jahre nach seinem bis Sonntag einzigen Weltcupsieg erstmals erneut triumphierte, kehrt angesichts Olympia zu alter Stärke zurück. Er siegte mit blutendem Gesicht, nachdem er sich die Nase an einer Torstange angeschlagen hatte. Während sich der Sieger selbst nicht so ganz erklären konnte, was in den vergangenen Jahren mit ihm los gewesen war, hatte auch Herbst Mühe, Platz zwei zu begreifen.

Herbst: "Der absolute Hammer"
Der 27-jährige Salzburger, der vor dieser Saison aus dem ÖSV-Kader geflogen war, fuhr vor den Augen des fünfmaligen Kitz-Siegers Ingemar Stenmark erstmals aufs Weltcup-Podest und sogar nur hauchdünn am ersten Sieg vorbei. "Der absolute Hammer. Ein Wahnsinnsgefühl, das muss ich erst mal verarbeiten", gab sich der Unkener fassungslos. Damit hat er den Olympia-Startplatz so gut wie sicher.

Auch wenn der sechste Saisonslalom keinen ÖSV-Sieg brachte, war in Kitzbühel doch ein deutlicher Aufwärtstrend der zuletzt kriselnden Slalom-Truppe zu erkennen. Mit Herbst, Raich und Rainer Schönfelder (5.) kamen drei in die Top-Fünf, was auch Schönfelder jubeln ließ. "Ich habe endlich den passenden Ski zum neuen Schuh", sagte der Kärntner.

Raich baut Führung im Weltcup aus
Raich, nach Lauf eins erster Verfolger von Vidal, unternahm letztlich keinen hundertprozentigen Versuch auf den Slalomsieg. "Irgendwie fährt die Kombi schon im Kopf mit", gestand der Pitztaler. Er hat die Weltcup-Führung weiter ausgebaut.

Walchhofer siegte in der Abfahrt
Mit seinem "Riesenritt" über die Streif hat sich Michael Walchhofer schon am Samstag einen Kindheitstraum erfüllt und der Ski-Nation Österreich nach einem Abfahrtskrimi einen Feiertag beschert. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 99,99 km/h und einem Vorsprung von 5/100 Sekunden auf Marco Büchel setzte sich der Weltcup-Sieger in der Hahnenkamm-Abfahrt vor dem Liechtensteiner sowie den Amerikanern Daron Rahlves (0,33 Sekunden zurück) und Bode Miller (0,38) durch.

"Schwerste Abfahrt der Welt"
Lange hielt die Bestzeit des österreichischen Debütanten Andreas Buder, der das Rennen mit der Startnummer Eins eröffnet hatte. "Die Streif ist die schwerste Abfahrt der Welt. Auch wenn die Mausefalle fehlt, ist sie noch immer sehr selektiv", sagte der 26-Jährige, der am Ende starker Achter wurde. Erst der Schweizer Didier Defago knackte mit Startnummer 21 die Bestmarke; danach ging es Schlag auf Schlag.

Pech für Strobl: Handbruch
Einen Tag nach dem fünften Super-G-Sieg von Hermann Maier auf der Streif verpatzte er "Herminator" seinen Lauf, ehe Gröden-Sieger Marco Büchel eine Traumfahrt gelang. Die als Mitfavoriten gestarteten Amerikaner Miller und Rahlves bissen sich an den vorgelegten 1:46,80 Minuten die Zähne aus. Olympiasieger Fritz Strobl rutschte bei der Einfahrt in den Zielschuss in die letzte Stange. Die Diagnose: Handbruch!

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