15.01.2006 14:23 |

Ein Drittel in Afrika

2005 doppelt so viele Tote im Luftverkehr wie 2004

Das Jahr 2005 brachte der internationalen Zivilluftfahrt einen herben Rückschlag mit 1.054 Toten weltweit. 64 Flugzeuge gingen dabei verloren. 2004 hatte die Weltluftfahrt 516 Tote rund um den Globus zu beklagen. Das war allerdings das mit Abstand beste Jahr in jüngerer Vergangenheit.

Auch 2005 blieb jedoch trotz eines kontinuierlich gestiegenen Verkehrsaufkommens unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre mit gut 1.100 Verkehrstoten jährlich. Das geht aus der jüngsten Übersicht des deutschen Flugunfallbüros JACDEC ("Jet Airliners Crashes Evaluation Centre") hervor, die jetzt vom deutschen Magazin der Ziviluftfahrtfahrt, "Aero International", veröffentlicht wurde.

In schlimmer Erinnerung sind noch die Jahre 1985 mit 1.801 und 1996 mit 2.272 Luftfahrttoten. Während es 2004 nur einen Unfall mit über 100 Opfern gab, als eine Boeing 737 der Flash Airlines bei Sharm el Sheikh in Ägypten abstürzte, gab es im vergangenen Jahr nicht weniger als sechs Totalverluste mit jeweils über 100 Toten. Ähnlich viele Unfälle hatte es zuletzt vor neun Jahren gegeben.

Die meisten Unfälle in armen Ländern
Die schlimme Erkenntnis des Jahres 2005 aber lautet: Die Kluft in punkto Luftsicherheit zwischen den armen und reichen Ländern der Erde ist größer geworden. "Aero International" stellt angesichts dieser Fakten die kritische Frage: "Sicherheit nur für die Reichen?"

Tatsächlich starb ein Drittel der Opfer des Jahres 2005 in Afrika, obwohl dort nur zwei Prozent des Weltluftverkehrs bewältigt werden. Schlimmer denn je ist die Situation in Nigeria und in der Demokratischen Republik Kongo. Zwei der schwersten Unfälle ereigneten sich Ende 2005 in Nigeria.