Neue Gesichter gegen den Polit-Allrounder: Außer der SPÖ treten alle Parteien heute bei der Gemeinderatswahl in St. Pölten mit neuen Spitzenkandidaten an. Was sie eint: Alle wollen die absolute Mehrheit, mit der Bürgermeister Matthias Stadler ruhig regieren kann, brechen.
Matthias Stadler (59) steht für parteipolitische Kontinuität: Im Juni 2003 wurde er in den Gemeinderat gewählt, war dann als Stadtrat für Schul-, Kultur- und Jugendangelegenheiten zuständig. Im Juli 2004 löste er Willi Gruber als Bürgermeister von St. Pölten ab. Stadler wurde dann bei den Gemeinderatswahlen 2006, 2011, 2016 und 2021 wiedergewählt. Heute verteidigt er für „seine“ SPÖ 56 Prozent.
Gegen ihn tritt erstmals für die ÖVP als Frontmann Florian Krumböck (34) an. Der St. Pöltner, der auch Landtagsabgeordneter ist, sollte nach seinem Amtsvorgänger Matthias Adl frischen Wind in die ÖVP-Stadtpartei bringen. Punkten will der Kommunikationsprofi mit „Zuzug bremsen, Wachstum lenken, Innenstadt stärken“. Mit einem großen Team aus allen Stadtteilen sollen auch die Regionen gut vertreten sein.
Auch Sicherheit, Parkplätze, die wirtschaftliche Entwicklung und ebenso die Belebung der Innenstadt (samt Bürgerinitiative) setzt Martin Antauer (58), der im vergangenen Jahr Klaus Otzelberger (48) als Frontmann der Freiheitlichen in St. Pölten abgelöst hat. Antauer, der auch als Landesrat tätig ist, erklärt: „Ich will als Bürgermeister St. Pölten wieder positiv entwickeln.“ Die 8,9 Prozent, welche die FPÖ 2021 errungen hat, wird er auf jeden Fall überflügeln.
Ebenso zum ersten Mal als Spitzenkandidat tritt Grünen-Chef Walter Heimerl-Lesnik an. Er und sein Team wollen mit Zukunftsorientierung, Mitbestimmung und Transparenz punkten. Die Grünen machen gegen ein „Weiter wie bisher“ mobil und möchten mit mehr Mandaten künftig stärker mitgestalten und mitentscheiden. Der Umgang mit Boden und Ressourcen ist ein Hauptthema der Fraktion.
Auch auf der Neos-Liste rangiert heute an erster Stelle ein neues Gesicht: Bernd Pinzer (57) kritisiert die finanzielle Situation der Stadt und will sparen. Vor allem in der Politik: Er schlägt vor, dass es künftig weniger Stadträte und nur einen Vizebürgermeister geben soll. Weitere Kernthemen sind Bildung und Ausbildung sowie ein klarer Zukunftsplan für die Landeshauptstadt. „Unsere Stadt muss nach einem klaren Plan wachsen“, gibt er vor.
Und auch Max Zirngast (37) fungiert für die KPÖ erstmals als Spitzenkandidat. Sollte die KPÖ in den Gemeinderat einziehen, wolle man „dem Bürgermeister auf die Finger schauen“. Er setzt auf den Kampf gegen die Teuerung und auf Hilfe für Mieter. Er fordert die Einführung einer SozialCard und erklärt: „Kein Mandatar der KPÖ behält sich mehr Gemeinderats-Gehalt als ein durchschnittlicher Facharbeiter verdient.“
Als „Liste 7“ tritt die Liste Multikulturelle Gesellschaft um Ibrahim Eroglu an. Wie bei allen anderen Fraktionen ist Eroglu erstmals „politischer Herausforderer“ der Stadler-SPÖ. Kenner der Polit-Szene tun sich schwer, den Erfolg oder Misserfolg dieser Partei vorauszusagen. Es bleibt also spannend.
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