„Viel Lärm um nichts“ – Red Bull gibt sich im Motoren-Streit vor der Formel-1-Saison 2026 gelassen.
Mit der Präsentation in Detroit startet offiziell die Partnerschaft zwischen Red Bull Racing und Ford. Tatsächlich wird am neuen Aggregat aber bereits seit vier Jahren im Motorenwerk von Red Bull Powertrains in Milton Keynes gearbeitet. Wie konkurrenzfähig der Neuling ab dem ersten Rennen ist, bleibt offen, vor allem wegen des deutlich höheren Elektro-Anteils und der geringeren Erfahrung beider Partner in der Formel 1.
2026 startet das Team nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Honda (Wechsel zu Aston Martin) mit einem von Red Bull Powertrains in enger Kooperation mit Ford entwickelten eigenen Motor in eine neue Formel-1-Ära. Die Ambitionen sind erneut hoch, dennoch dämpfte Teamchef Laurent Mekies die Erwartungen: „Es wäre dumm von uns zu glauben, dass wir von Anfang an auf dem Niveau von Ferrari oder Mercedes sein werden.“
Verdichtungsverhältnis sorgt für Zoff
Der für die Motorenentwicklung zuständige Ben Hodgkinson äußerte sich zuversichtlich. „Ich denke, wir sind mit einem Rückstand gestartet, aber ich glaube, dass unsere Mitarbeiter und unsere Einrichtungen besser sind als die aller anderen“, sagte Hodgkinson, der vor vier Jahren als Top-Ingenieur von Mercedes abgeworben worden war.
Gerüchten zufolge könnten sich Red Bull und Mercedes auch eines Motorentricks in den neuen Vorschriften bedienen. Konkret geht es um das für 2026 festgelegte maximale Verdichtungsverhältnis von 16:1. Die FIA misst diesen Wert jedoch statisch bei Umgebungstemperatur. Mercedes – und wohl auch Red Bull – sollen einen Weg gefunden haben, durch thermische Ausdehnung bestimmter Bauteile im heißen Rennbetrieb effektiv wieder Werte von bis zu 18:1 zu erreichen. Das würde einen Performance-Vorteil auf der Strecke ergeben.
Laut Hodgkinson sind die Vorschriften dazu eindeutig. Jeder Ingenieur, der die thermische Ausdehnung nicht verstehe, habe in der Formel 1 nichts zu suchen. „Es gibt eine Liste mit den Dingen, die man tun darf. Ich verstehe also nicht wirklich, warum sich alle so darüber aufregen“, sagte er.
Hodgkinson weiter: „Ich mache das schon sehr lange – das ist fast nur Hintergrundrauschen. Man muss sein eigenes Rennen fahren.“
Natürlich habe man die Regeln bis an die Grenze ausgereizt – „ich wäre überrascht, wenn das nicht jeder macht“. Sein Fazit: „Ehrlich gesagt ist das viel Lärm um nichts.“
Hodgkinson erwartet am Ende ohnehin eine Annäherung aller Hersteller: „Ich gehe davon aus, dass alle bei 16 liegen werden.“
Unabhängig davon hält Hodgkinson die Senkung selbst für unnötig: „Aus technischer Sicht ist das Verdichtungsverhältnis zu niedrig. Mit der heutigen Verbrennungsgeschwindigkeit könnten wir problemlos 18:1 fahren. In jedem Zehntel steckt Leistung – jeder Hersteller wird versuchen, so nah wie möglich an 15,999 heranzukommen.“
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