Energiemangel

Hungrig und schlecht gelaunt: Sind Sie „hangry“?

„Hangry“ ist das englische Mischwort für hungrig und grantig. Viele von uns kennen das. Schuld daran ist aber nicht Unterzuckerung, wie lange gedacht, sondern Hungergefühl durch Energiemangel. Das beeinträchtigt die Stimmung.

„Ich bin unterzuckert. Ich brauche dringend Schokolade“, hört man oft, wenn jemand im Stress ist, nicht regelmäßig essen kann oder eine Crash-Diät macht. Mit leerem Magen sinkt die Laune in den Keller, manche werden aggressiv, andere mürrisch. Anders als bis jetzt gedacht – nämlich, dass dies durch unbewusste Stoffwechselprozesse entsteht –, ist tatsächlich nur das Hungergefühl schuld an der psychischen Verstimmung. Das fand nun ein deutsches Forscherteam heraus.

Auf das Hungergefühl achten
„Wenn der Glukosewert sinkt, verschlechtert sich zwar auch die Stimmung. Aber dieser Effekt entsteht nur, weil die Menschen sich dann hungriger fühlen“, erklärt Erstautorin Dr. Kristin Kaduk, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Tübingen. „Das heißt: Nicht der Glukosewert selbst hebt oder senkt die Stimmung – sondern wie stark wir diesen Energiemangel bewusst wahrnehmen.“ Durch unseren modernen Lebensstil haben wir aber verlernt, auf Hungergefühle zu achten.

Also lässt sich das seelische Tief gezielt beeinflussen! Und zwar nicht mit Süßigkeitsorgien, sondern mit der Fokussierung auf Körpersignale, in der Fachsprache Interozeption genannt. Das Wort bezeichnet die Fähigkeit, innere Körpervorgänge zu erkennen und zu interpretieren. Die Experten gehen davon aus, dass sich damit emotionale Stabilität erreichen lässt, auch, wenn man mal keine Zeit zum Essen findet. Wer außerdem rechtzeitig Energie zuführt, erspart sich und anderen die miese Laune. Die Studienautoren sehen darin einen wichtigen Ansatz für Patienten mit Depressionen, aber auch Adipositas.

Auf die Signale des Körpers hören
„Ein besseres Verständnis dafür, wie Körperwahrnehmung und Stimmung zusammenhängen, kann langfristig helfen, Therapieansätze zu verbessern – etwa durch gezieltes Training der Interozeption oder Stimulation des Vagusnervs, der die Organe mit dem Gehirn verbindet“, hofft Prof. Nils Kroemer, Medizinische Psychologe an der Universität Bonn.

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