Mo, 18. Juni 2018

Bankrott & Konkurs

04.01.2006 12:06

2005 Rekordjahr für Pleitegeier

Die Zahl der Firmenpleiten und Privatkonkurse in Österreich ist im Jahr 2005 nach endgültigen Berechnungen des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV) um knapp 13,4 Prozent auf 13.557 Fälle explodiert und hat damit einen neuen Rekord erreicht. Davon entfallen 7.050 Fälle auf Firmenpleiten und 6.507 Fälle auf Privatkonkurse.

In 4.933 Fällen konnte mangels Masse nicht einmal ein Konkursverfahren eröffnet werden, teilte der AKV mit. Insgesamt waren durch die Konkurse 29.000 Arbeitsplätze betroffen, die Gesamtsumme der Passiva betrug 3,34 Milliarden Euro. Diese Zahlen bewegen sich in etwa auf der Höhe der Werte im Vorjahr (29.288 Jobs, 3,25 Mrd. Passiva).

Bei den 2005 bundesweit eröffneten 8.564 Verfahren seien "die Grundlagen dafür gegeben, dass die vier Hauptaufgaben des Insolvenzrechtes im jeweiligen Einzelfall erreicht werden können", so der AKV. Diese Aufgaben sind Gleichbehandlung und Befriedigung der Gläubiger, die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit und Sanierung der schuldnerischen Unternehmen.

Im vergangenen Jahr wurden nur 79 Ausgleiche angemeldet. Weil der Ausgleich eine frühzeitige Sanierung ermögliche, solle man ihn "keineswegs abschaffen, sondern forcieren", fordert der AKV.

Meisten Pleiten im Gastgewerbe
Die meisten Pleiten gab es diesmal unter den Gaststätten bzw. in der Hotellerie (1.150) - damit haben Gastronomie/Hotellerie die Baubranche, an der Spitze der Insolvenzstatistik abgelöst. Die Baukonjunktur lief 2005 vergleichsweise gut, insgesamt wurden 986 Betriebe im Haupt- und Nebengewerbe insolvent. 2004 waren es mehr als 1.000 Fälle gewesen. An dritter Stelle 2005 rangiert die Transportbranche mit 647 Insolvenzen.

Die meisten Pleiten mit insgesamt 3.676 Fällen gab es im Vorjahr in Wien, gefolgt von Oberösterreich mit 2.056 Pleiten und Niederösterreich mit 1.742 Fällen.

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