EZB-Direktor Piero Cipollone hält ein Haltelimit von 3000 Euro für den digitalen Euro für vertretbar. Die Europäische Zentralbank (EZB) würde all dies neu bewerten, wenn sie der tatsächlichen Einführung des digitalen Euro näherkomme, sagte Cipollone, der Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams ist, der japanischen Zeitung „Nikkei“.
„Aber eine kürzlich von uns veröffentlichte Studie zeigte, dass es bei dieser Obergrenze keine Probleme mit der Finanzstabilität geben würde.“ Der digitale Euro wäre eine Art Banknote, daher müssten alle Beschränkungen für den Besitz der Digitalwährung verhältnismäßig sein.
Haltegrenzen stellten sicher, dass Menschen keine übermäßigen Geldbeträge von ihrem Bankkonto in ihre digitale Euro-Wallet transferieren, was für Banken destabilisierend sein könne, so Cipollone. „Mit Haltegrenzen wollen wir dieses Risiko minimieren und gleichzeitig die freie Nutzung des digitalen Euro sicherstellen.“ Die EZB wolle die Finanzstabilität nicht gefährden.
Ergänzung nicht Bargeldersatz
Die digitale Version der Gemeinschaftswährung soll das Euro-Bargeld ergänzen, aber nicht ersetzen und überall im Euro-Raum als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Über eine EZB-App soll die Digitalwährung nutzbar sein. Mit ihr soll Europa unabhängiger werden von US-Anbietern wie Paypal, Apple Pay, Mastercard oder Visa. Die EZB reagiert mit dem Projekt auch auf den zunehmenden Rückgang der Bargeldnutzung.
Er sei „von Tag zu Tag zuversichtlicher“, dass die nötige EU-Gesetzgebung bis 2026 in Kraft treten werde, sagte Cipollone. Die EZB peilt das Jahr 2027 für ein Pilotprojekt zum digitalen Euro an. Um das Projekt voranzutreiben, ist allerdings grünes Licht aus Brüssel erforderlich. Die Gesetzgeber der Europäischen Union, also das Europäische Parlament, der Rat und die Kommission, müssen dafür zunächst ein Gesetz verabschieden, das eine Grundlage für den digitalen Euro bildet.
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