Sa, 23. Juni 2018

Gewalt im Irak

04.01.2006 14:19

Dutzende Tote bei Anschlag auf Prozession

Bei einem Selbstmordattentat während einer schiitischen Trauerfeier im Irak sind am Mittwoch 36 Menschen getötet worden. 40 weitere Personen wurden bei dem Anschlag in Miqdadiya 100 Kilometer nordöstlich von Bagdad verletzt. Damit war das Attentat das schwerste seit der weitgehend friedlichen Parlamentswahl vom 15. Dezember.

Nach Polizeiangaben zündete der Attentäter seinen Sprengsatz inmitten von mehr als 100 Trauergästen. Diese seien zunächst mit Granaten und Maschinengewehren angegriffen worden, sagten Vertreter der Sicherheitskräfte. Sie seien daraufhin auf dem Friedhof in Deckung gegangen. Dann habe sich einer der Attentäter, der eine Sprengstoffweste trug, inmitten von ihnen in die Luft gesprengt.

Die Trauergäste in Miqdadiya hatten sich der Polizei zufolge zur Beerdigung eines Neffen des Krankenhausdirektors versammelt, der am Dienstag bei einem Anschlag auf seinen Onkel getötet worden war. Der Leiter der Klinik, Ahmed al-Bakka, war Ortsvorsitzender der schiitischen Dawa-Partei von Ministerpräsident Ibrahim al-Jaafari, die zur "Vereinigten Irakischen Allianz", dem Bündnis der religiösen Schiiten, gehört.

Miqdadiya liegt in der Provinz Diyala, deren Hauptort Baquba ist. Die Region war in den vergangenen Wochen Schauplatz zunehmender Gewalt. Nach Angaben von Sicherheitskräften waren zuletzt radikale sunnitische Gruppen wie die irakische Al Kaida von Abu Musab al-Zarqawi in der Provinz verstärkt aktiv.

Weitere Anschläge
Im Irak wurden am Mittwoch auch anderenorts Anschläge verübt. Bei der Explosion einer Autobombe in Bagdad kamen drei Zivilpersonen und ein Polizist ums Leben, wie ein Polizeisprecher erklärte. 13 Menschen wurden verletzt. Ebenfalls in Bagdad erschossen Bewaffnete einen ehemaligen Hauptmann der irakischen Streitkräfte und einen Angestellten des Ölministeriums sowie dessen Sohn.

Foto: Symbolbild

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