Mo, 20. August 2018

Kampf gegen Terror

07.01.2014 11:32

US-Regierung weitet Waffenhilfe an den Irak aus

Nach dem Vormarsch islamistischer Aufständischer im Irak beschleunigen die USA ihre Waffenlieferungen an die Regierung in Bagdad. Die irakische Armee werde früher als geplant hundert weitere Hellfire-Raketen und zehn zusätzliche Aufklärungsdrohnen vom Typ ScanEagle erhalten, teilte das Pentagon in Washington am Montag mit. Eigene Kampftruppen werde Washington aber nicht in den Irak schicken. Das US-Militär hatte sich Ende 2011 aus dem Zweistromland zurückgezogen.

Bereits im Dezember traf die erste Lieferung von 75 Hellfire-Raketen im Irak ein. Die Ausrüstung mit hundert weiteren Raketen des Typs war für die kommenden Monate geplant und soll nun vorgezogen werden. Die Raketen können von Hubschraubern und Kampfflugzeugen abgeschossen werden. Die Aufklärungsdrohnen vom Typ ScanEagle können 24 Stunden lang in der Luft bleiben.

Falludscha in Händen der Al-Kaida
Die mit Al-Kaida verbündete Gruppierung Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) hatte in den vergangenen Wochen in der westirakischen Provinz Al-Anbar an Boden gewonnen und am Freitag die Stadt Falludscha unter ihre Kontrolle gebracht. Pentagon-Sprecher Oberst Steven Warren sagte, dass die US-Regierung gemeinsam mit Bagdad an einer Strategie arbeite, um die ISIL-Kämpfer zurückzudrängen. Warren unterstrich aber eine frühere Aussage von Außenminister John Kerry, dass sich die USA nicht mit eigenen Soldaten einschalten.

US-Vizepräsident Joe Biden telefonierte am Montag mit Iraks Regierungschef Nuri al-Maliki und brachte "seine Sorge über das Leiden derjenigen Iraker zum Ausdruck, die in den Händen von Terroristen leiden". Maliki habe in dem Gespräch die Bedeutung der Zusammenarbeit mit sunnitischen Vertretern und Gemeinden betont, um die Extremisten zu isolieren. Maliki, ein Schiit, wird vorgeworfen, die sunnitische Bevölkerungsminderheit im Irak zu benachteiligen und dadurch die Spannungen im Land zu erhöhen.

Terrorproblem in Provinz Anbar seit Invasion im Jahr 2003
Der damalige US-Präsident George W. Bush war im März 2003 ohne Mandat der Vereinten Nationen im Irak einmarschiert. An der Spitze einer "Koalition der Willigen" stürzten die US-Truppen binnen weniger Wochen den irakischen Machthaber Saddam Hussein. In der Folge versank das Land jedoch im Chaos. Besonders die Provinz Al-Anbar war eine Hochburg sunnitischer Rebellen. Die Stadt Falludscha war über Jahre heftig umkämpft. Nach achtjähriger Besatzung verließen Ende 2011 die letzten US-Soldaten den Irak.

Zuvor waren Verhandlungen über ein Truppenstatut für eine weitere Präsenz der US-Armee gescheitert, weil Bagdad den ausländischen Soldaten keine Immunität gewähren wollte. Washington bleibt aber ein strategisch wichtiger Partner der irakischen Regierung und hat seit 2005 Waffen im Wert von 14 Milliarden Dollar geliefert. Außerdem arbeiten beide Länder auf der Ebene der Geheimdienste zusammen. Das irakische Verteidigungsministerium wird laut Pentagon von rund hundert US-Militärangehörigen beraten, die an der US-Botschaft in Bagdad stationiert sind.

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