Mindestens 10 Opfer

2 Millionen € Schaden: Banker zockte Senioren ab

Österreich
21.11.2013 15:08
Ein mittlerweile entlassener Filialleiter soll sich in einer Bank in Wien im Zeitraum von sieben Jahren um 1,4 Millionen Euro bereichert und durch unrechtmäßige interne Verrechnungen einen Schaden von weiteren 600.000 Euro angerichtet haben. Die Opfer waren dabei durchwegs ältere Menschen im Alter von 80 bis 91 Jahren. Ermittler des Landeskriminalamts nahmen den 46-Jährigen am Dienstag fest.

Laut Polizei führte der Beschuldigte Wertpapierverkäufe von 1,4 Millionen Euro zulasten von Kundendepots ohne Kundenauftrag durch, ließ sich Abrechnungen auf fingierte Konten gutschreiben und buchte die Erlöse dann auf das Konto seiner Ehefrau oder sein eigenes. "Bei den zumindest zehn bekannt gewordenen Opfern handelt es sich um betagte Personen", so die Ermittler am Donnerstag.

Polizeisprecherin: "Banker führte luxuriöses Leben"
Der Filialleiter hatte wahrscheinlich absichtlich Depots betagter Kunden gewählt, da er vermutlich davon ausging, dass bei den Senioren illegale Machenschaften besser verschleiert werden können. Wer nachfragte, sei mit Ausreden hingehalten worden, sagte Polizeisprecherin Adina Mircioane. Ihren Angaben zufolge führte der Beschuldigte ein relativ luxuriöses Leben. Mit dem Geld habe er unter anderem sein Eigenheim nahezu abbezahlt, Autos gekauft und Urlaube finanziert.

Transaktion in ungewöhnlicher Höhe erweckte Misstrauen
Während eines Urlaubs des 46-Jährigen im vergangenen Sommer flogen die Malversationen auf: Zuerst weckte eine Transaktion in ungewöhnlicher Höhe das Misstrauen der Bank, die dann die Geschäftsfälle des Filialleiters untersuchte. Auf diese Weise wurde schließlich ein Fehlbetrag von zwei Millionen Euro festgestellt. Die Entlassung des Filialleiters erfolgte umgehend.

Der 46-Jährige hat bereits ein Geständnis abgelegt und befindet sich in Haft. Bei ihm seien belastende Unterlagen sichergestellt worden. Seine Frau wurde wegen Beihilfe angezeigt.

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