Landeskriminalamt OÖ

Gaunerbande hatte es auf Spezialwerkzeug abgesehen

Oberösterreich
26.06.2025 12:17
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Von September 2024 bis Jänner 2025 verübten vorerst unbekannte Täter in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg und Tirol eine Vielzahl an Einbruchsdiebstählen in Firmen, die Präzisionswerkzeuge aus Hartmetallen, vorwiegend Wolframkarbid, erzeugen.
Die Täter schnitten dazu meistens die Blechdächer oder Blechfassaden mit einem Winkelschleifer auf und gelangten auf diese Weise in die Lagerhallen. Bei den mindestens zwölf Einbruchsdiebstählen wurden Spezialanfertigungen für die Industrie gestohlen.

Landeskriminalamt OÖ übernahm bundesweite Ermittlungen
Ähnliche Fälle waren in Österreich so gut wie nie verzeichnet worden. Das Landeskriminalamt OÖ (Ermittlungsbereich Diebstahl) übernahm die bundesweiten Ermittlungen. In Zusammenarbeit mit ausländischen Polizeibehörden (vor allem mit Europol, Deutschland, Frankreich und Tschechien) konnten nach und nach mehrere Tätergruppen ermittelt werden, wobei die Beschuldigten allesamt aus der Region Galati in Rumänien, nahe der moldawischen Grenze stammen. 

Sextett gefasst
Sechs Täter wurden von Beamten des LKA OÖ am 18. Jänner 2025 auf frischer Tat bei einem solchen Einbruch in Sierning festgenommen und befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Dieser Gruppe können drei Einbruchsdiebstähle in Werkzeugfirmen in Tirol, Oberösterreich und der Steiermark nachgewiesen werden. Gegen fünf weitere Mittäter, die im Zuge der Ermittlungen ausgeforscht wurden, erging seitens der Staatsanwaltschaft Innsbruck ein Europäischer Haftbefehl.

Noch zwei Verdächtige ausgeforscht
Von einer weiteren Tätergruppe, welcher bislang zwei Einbrüche in Oberösterreich nachgewiesen werden können, konnten bisher zwei Beschuldigte ausgeforscht werden. Die Staatsanwaltschaft Wels erließ Europäische Haftbefehle gegen diese beiden Beschuldigten, sowie Europäische Ermittlungsanordnungen für die Durchsuchung von deren Wohnadressen in Rumänien.

Zwei Hausdurchsuchungen in Rumänien
Am 17. Juni 2025 vollzogen verschiedene rumänische Polizeieinheiten im Beisein von LKA-Ermittlern zeitgleich zwei Hausdurchsuchungen in der Nähe von Galati. Weiters wurde versucht, die weiteren Europäischen Haftbefehle zeitgleich zu vollziehen. Insgesamt konnten bei der koordinierten Polizeiaktion drei Beschuldigte festgenommen und Gegenstände sichergestellt werden. Die Festgenommenen werden voraussichtlich in den nächsten Wochen nach Österreich ausgeliefert. Bei den ausgeforschten Tätern handelt es sich ausschließlich um rumänische Staatsangehörige im Alter von 20 bis 53 Jahren.

EU-Kommission finanzierte Ermittlungen
Die Ermittlungen – insbesondere im Falle der Kooperation zwischen Rumänien und Österreich bei den Durchsuchungen und Festnahmen in Rumänien – wurden durch das von der EU-Kommission finanzierte „@ON-Netzwerk“ unterstützt, das von der italienischen Antimafia-Ermittlungsdirektion (DIA) geleitet wird.

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