In der Anlage in Dürnrohr werden oft kuriose Fundstücke vor dem Feuer gerettet. Ein eigenes Archiv legt Zeugnis davon ab.
Zwischen Rauchgasfiltern, dampfenden Rohrsystemen und tonnenschweren Anlieferungen findet sich gelegentlich, was man nie erwarten würde. Wir haben hier bei unserer Müllverbrennungsanlage so etwas wie ein Archiv der Wegwerfgesellschaft eingerichtet“, schildert EVN-Kommunikationschef Stefan Zach schmunzelnd. Jüngster Fund: Ein Klavier, nicht etwa eine Miniaturversion für Kinder, sondern ein echtes, hölzernes, leicht verstimmtes Schmuckstück vergangener Jahrzehnte.
Alles aus der Tonne
Und das ist kein Einzelfall. Fahrräder, Rasenmäher, Metallgestelle, ja sogar ganze Gartenmöbel-Sets schaffen es bis an die Schwelle zur Verbrennung. „Alles, was irgendwie in eine Restmülltonne passt, landet bei uns. Mülltrennung ist für manche halt Auslegungssache“, meint Zach mit dem trockenen Humor eines Mannes, der den Inhalt unserer Tonnen offenbar besser kennt als wir selbst.
Pro Tonne Müll werden 25 Kilo noch verwertbarer Altmetallschrott herausgefiltert. Wir finden Reifenfelgen, Räder und noch vieles mehr an Eisen.

Stefan Zach, EVN-Sprecher
Bild: EVN
Müll wird gesichtet
Was wir nicht mehr zu brauchen glauben, wird hier nicht nur thermisch verwertet – es wird seziert, separiert, aber glücklicherweise gesichtet. Denn bevor die Flammen zuschlagen, läuft der Abfall über ein Förderband und dann durch einen Prozess der Verwertung. Was nicht mehr zu retten ist, liefert Strom für 170.000 Haushalte sowie zu Fernwärme für Zwentendorf und zwei Drittel von St. Pölten. Dazwischen liegt ein Hauch von Nostalgie: Denn jede weggeworfene Geige, jedes alte Dreirad erzählt ein berührende, stumme Alltagsgeschichte.
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