Noch 14 Vermisste
Mittelmeer: NGO-Schiff rettete 215 Migranten
Das von der italienischen Hilfsorganisation Emergency betriebene Rettungsschiff Life Support hat bei drei Einsätzen im zentralen Mittelmeer 215 schiffbrüchige Migranten gerettet. Die drei separaten Rettungsaktionen erfolgten in libyschen Gewässern, wie Emergency am Samstag mitteilte. Nach den Berichten einiger Überlebender werden jedoch mindestens 14 Personen vermisst.
Das erste Boot wurde am Samstag im Morgengrauen von der Notrufzentrale Alarm Phone gemeldet.
93 Migranten befanden sich auf einem Schlauchboot, das Luft verlor. Die Migranten berichteten, sie seien am Freitag von der libyschen Küste aufgebrochen. Auf diesem Boot befanden sich nach Angaben der Überlebenden auch die Vermissten, die vor dem Eintreffen der Rettungskräfte über Bord gefallen waren.
Drei Einsätze in libyschen Gewässern
Während des Einsatzes sahen die Retter ein anderes Boot in Schwierigkeiten, die 78 Migranten an Bord wurden alle gerettet und an Bord der Life Support genommen. Der dritte Einsatz, der ebenfalls von Alarm Phone gemeldet wurde, betraf ein Schlauchboot mit 44 Personen an Bord.
Adria-Hafen Ancona zugewiesen
Die 215 Schiffbrüchigen, darunter 53 Frauen, 83 allein reisende Minderjährige und neun in Begleitung, kamen aus Eritrea, Somalia, Bangladesch, Kamerun, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Ghana, Mali und Benin. Die italienischen Behörden haben der Life Support Ancona an der nördlichen Adria als Landehafen zugewiesen.
581 Menschen an Bord von elf Booten kamen am Samstag auf Lampedusa an. Zehn der Boote kamen aus Libyen, nur eines – mit 31 Personen – war aus Sfax in Tunesien abgefahren. 9399 Migranten sind seit Anfang 2025 nach Seefahrten über das Mittelmeer in Italien eingetroffen, im Vergleichszeitraum 2024 waren es 12.644 gewesen, teilte das Innenministerium in Rom mit. Die meisten Migranten stammten aus Bangladesch, Pakistan und Ägypten.

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