Im Nationalpark Thayatal hoch im Norden von Niederösterreich sollen zwei „chat sauvage“ ausgewildert werden. Anfangs zeigt sich aber nur das Weibchen von seiner „wilden“ Seite.
Im Morgengrauen liegt der Nationalpark noch im Nebel. Die Böden sind feucht, der Duft nach Moos und Holz liegt schwer in der Luft. Auf einer kleinen Lichtung nahe Hardegg öffnet sich leise die Gittertür einer Transportbox. Zwei Paar bernsteinfarbene Augen blitzen auf. Die Wildkatzen – Bruder und Schwester, mit ihren weichen, getigerten Pelzen kaum von der Umgebung zu unterscheiden – verharren. Dann, ein vorsichtiger Schritt, eine Nase, die prüfend die Luft kostet.
Doch beim Lokalaugenschein durch Landesrat Stephan Pernkopf hält sich vor allem das männliche Exemplar von „chat sauvage“ – so der elegante französische Name für die edlen Wildkatzen – bedeckt und will (noch) nicht aus der Box. Einzig das Weiberl wagt sich heraus.
GPS-Sender für die Forschung
Auf den beiden, aus einer französischen Auffangstation ins ferne Autriche gebracht, ruhen große Nachwuchshoffnungen. „Wir werden sie dann mit GPS und Funksendern ausstatten und im Rahmen unseres Telemetrieprojekts in die Freiheit entlassen“, so Nationalparkdirektor Christian Übl. „Die Wildnis kehrt zurück und wir begleiten sie mit moderner Forschung – auch um den Bestand von ,Felis silvrestis‘ – so der zoologische Name für unsere Schützlinge – aufzufrischen“, schwärmt Pernkopf, der dem Naturreservat damit zum heurigen 25-jährigen Bestandsjubiläum ein besonderes Ökogeschenk gemacht hat.
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