24.07.2013 15:43 |

Ostrowski & Dalik

"Die Werkstürmer" im beinharten Klassenkampf

Das Genre des Arbeiterfilms ist schon seit Langem eine klassische Domäne des britischen Kinos, mit Ken Loach als Rädelsführer. In Österreich hingegen haben Leinwandgeschichten um Arbeitskampf, Gewerkschaftselend und die Opfer des industriellen Wandels keine große Tradition. Regisseur Andreas Schmied hat sich bei seinem Spielfilmdebüt "Die Werkstürmer" (Kinostart: 25. Juli) nun diesem Topos zugewandt und versammelt für seine Komödie in einem kleinen steirischen Stahlwerk Stars wie Hilde Dalik, Michael Ostrowski und Manuel Rubey vor der Kamera.

Auch wenn das örtliche Stahlwerk mittlerweile von einem schwedischen Investor übernommen wurde, scheint die Welt in ihrem steirischen Kaff für Patrick Angerer (Ostrowski) und seine Kollegen noch in Ordnung. Man spielt tagsüber in der Werkmannschaft FC Stahlwerk, abends sitzt man in der Dorfkneipe.

Die beschauliche Tristesse gerät allerdings ins Wanken, als die Lohnverhandlungen im Werk außer Kontrolle geraten und Patricks Ex-Freundin Babs (Dalik) als Gewerkschafterin aus Wien anreist - samt neuem Haberer als Chefverhandler (Oliver Rosskopf). Die privaten Kalamitäten und die berufliche Bedrohung bilden ein Amalgam, an dessen Ende sogar die Schließung des Werks droht und der sonst lethargische Patrick die Initiative ergreifen muss, will er seinen Job behalten und die Freundin zurückgewinnen.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Als handfeste Arbeiterkomödie - ein Genre, wie man es sonst bevorzugt in britischen Gefilden vorfindet -, kommt diese österreichische Produktion daher, und sie punktet auf weiten Strecken mit Bauernschläue, Dickschädeligkeit und geerdeter Situationskomik, wobei sich das Gros der Kumpel einer kabarettistisch anmutenden Bockigkeit verschreibt. Regisseur Andreas Schmied trägt den beinharten Klassenkampf als Stadt-Land-Konflikt aus, was durchaus Charme hat.

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