Farbe bekennen. „Schachern wie auf dem Basar“ – diese Zuspitzung des Bildes, das die blau-schwarzen Verhandler derzeit hinterlassen veröffentlicht hier im Newsletter und dem „Brief an die Leser“ am Sonntag fand in den Postings Zustimmung, aber auch schroffe Ablehnung. Vor allem manche Anhänger der FPÖ wollen am basarartigen Verhandlungsstil von Blauen und Schwarzen nichts Negatives entdecken. Schließlich sei es doch sicher auch bei den letztlich gescheiterten Koalitionsverhandlungen von ÖVP, SPÖ und Neos zur Zuckerlkoalition nicht anders zugegangen, finden sie. Ja, da mag schon was dran sein. Dran ist aber auch etwas am Grundverdacht, dass in der Politik der Showfaktor eine immer größere Rolle spielt. „Macht man bloß Basar-Show?“ hatte ich in den Raum gestellt. Auflösung in den nächsten Tagen! Denn Blau-Schwarz muss jetzt Farbe bekennen.
Nur Theaterdonner…Einerseits hören wir ja fast täglich von neuen Forderungen der blauen Verhandler und „roten Linien“ der Schwarzen. Die Latten, die Hürden für eine Einigung – sie werden immer höher gelegt. Wie analysierte gestern Polit-Professor Peter Filzmaier in der „Krone“ die Verhandlungsführung? Am allerwenigsten ginge es, sich über die Öffentlichkeit auszurichten, was man wolle. Vorschläge müssten im Verhandlungsraum präsentiert und nicht in Pressekonferenzen oder Interviews als Forderung vorgetragen werden. „Sonst“, schreibt Filzmaier, „kann das Gegenüber nie ohne Gesichtsverlust zustimmen.“ Und so sei „offen, ob FPÖ und ÖVP das hinkriegen“. Außer – und das scheint durchaus möglich, es war – siehe oben – vieles nur Theaterdonner…
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