„Mut und Männlichkeit“: So kommentierte der dem Männlichkeitskult zuneigende Kremlchef das Kultfoto des kämpferischen Trump nach dem Schuss-Attentat. Also: Die Chemie stimmt.
Ganz anders sieht es jedoch auf politischer Ebene aus. Die Reaktionen aus dem Kreml sind extrem vorsichtig. Putin hatte in die erste Amtszeit Trumps große Hoffnungen gesetzt und war ziemlich enttäuscht worden. Sie brachte Russland keinen Mehrwert. Dementsprechend dämpfte Putins Chefpropagandistin Margarita Simonjan schon jetzt übertriebene Erwartungen in Trump.
Geradezu Misstrauen aus dem Kreml schlägt dem neuen US-Außenminister Marco Rubio entgegen. Er fällt durch Äußerungen auf, die ganz und gar nicht dem Trump-Klischee vom bevorstehenden Ausverkauf der Ukraine entsprechen. So stellt Rubio Russland und Ukraine auf die gleiche Ebene, wenn er in der Senatsanhörung angibt, man müsse notfalls Druck auf Kiew und auf Moskau ausüben. Unter dem Strich: Trump will nicht in die Geschichte eingehen als der Präsident, der die Ukraine verloren hat.
Trump hat ein baldiges Treffen mit Putin angekündigt. Doch dessen außenpolitischer Assistent Juri Uschakow beeilte sich sofort, den Eindruck zu verwischen, man harre im Kreml täglich auf einen Telefonanruf aus Washington.
Es ist auf jeden Fall gut, wenn sie einander treffen. Der Ukrainekrieg bedarf einer neuen und auch politischen Herangehensweise.
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