Eine Unfall-Tragödie wird heute im Salzburger Landesgericht verhandelt: Es geht um den Fall Jeanette. Die 19-Jährige wurde im Juni 2023 von zwei Autos tödlich überfahren. Aber nur ein Lenker steht als Angeklagter vor der Richterin.
In den Nachstunden des 17. Juni 2023 endete das Leben von Jeanette – die beliebte Flachgauerin wurde nur 19 Jahre alt. Die Kellnerin hatte an jenem schicksalshaften Abend ein Fest besucht und war auf dem Heimweg, als sie auf der Mattseer Landesstraße (L101) tödlich überfahren wurde. Und das von zwei unterschiedlichen Autos. Ein junger Lenker (26) eines BMW X3 aus dem benachbarten Oberösterreich meldete sich nach dem tödlichen Unfall bei der Polizei. Im Verhör sagte er, dass er die 19-Jährige unbemerkt touchiert hatte.
Anklage mit zwei Vorwürfen
Nicht gemeldet hat sich aber der zweite Lenker, der bis heute unbekannt ist – trotz aller Fahndungsmaßnahmen der Exekutive und trotz aller Appelle von Angehörigen. Tödlich war auch das zweite Überrollen durch das bislang unbekannte Fahrzeug – das konnte der Unfall-Experte Gerhard Kronreif in einem umfangreichen Gutachten klären. Darin spricht er auch von einem Sorgfalts- und Aufmerksamkeitsfehler des 26-Jährigen.
Zudem hätte der Angeklagte das Schlimmste womöglich verhindern können, wenn er sich nach dem Unfall um die Verletzte gekümmert hätte, statt weiterzufahren. Deshalb wird ihm – neben des Straftatbestandes der fahrlässigen Tötung – auch das Imstichlassen eines Verletzten vorgeworfen. Heute wird der Fall im Landesgericht Salzburg verhandelt. Die Angehörigen werden durch Anwalt Stefan Rieder vom Weißen Ring vertreten.
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