Schicksal wie der Radi

Saatmaisproduktion steht vor der Abwanderung

Oberösterreich
08.01.2025 16:30

Weil es unterschiedliche Regelungen gibt, werden 600 Tonnen Kukuruz aus Oberösterreich durch die Gegend und zurück gekarrt. Das ist eine ernste Bedrohung für die Saatmais-Produktion in unserem Bundesland. Es droht dem Saatmais ein Schicksal wie dem Jausenradi.

Wenig überraschend einen schwarzen Landwirtschaftsminister wünscht sich Franz Waldenberger, Präsident der oö. Landwirtschaftskammer und von diesem bald klare Ansagen. Denn derzeit stehen Oberösterreichs Bauern auf der Bremse, vor allem die Schweine- und Rinderbauern, da die Regelungen für Spaltenböden auslaufen bzw. ein Fall fürs Höchstgericht sind. „Das sind Entscheidungen für die nächsten 20 Jahre, da willst du Sicherheit, was gilt“, stimmt Kammerdirektor Karl Dietachmair zu.

Eine EU, aber verschiedene Regeln
Vereinfachungen und Vereinheitlichungen in der EU sind die Wünsche der Bauern, denn wegen unterschiedlicher Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln haben unsere Landwirte oft Nachteile. So wanderte bekanntlich die Jausenradi-Produktion ab, weil ein Unkrautvernichtungsmittel für den Bierrettich bei uns verboten, in Bayern aber erlaubt ist. Dies droht auch der Saatmaisproduktion in OÖ. Denn weil in Österreich zwar gegen Krankheiten, aber nicht gegen Schädlinge gebeizt werden darf, werden derzeit rund 600 Tonnen Saatmais ins Ausland gebracht, behandelt und wieder nach OÖ zurück chauffiert. Die Mengen steigen stark.

Auch Soja betroffen
Auch beim Soja läuft das so, aber in geringerer Menge. „Die Gefahr ist, dass Produzenten beschließen, dort anzubauen, wo sie auch beizen dürfen und sich das Hin- und Herbringen des Maises ersparen“, sagt der Bauernkammerchef.

240 Bauern sperrten zu
Im vergangenen Jahr haben übrigens landesweit rund 240 Bauern ihren Traktor für immer abgestellt, heuer erwartet man in Oberösterreich eine ähnliche Zahl an Betriebsschließungen.

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