Metabolische Azidose

Neue Nebenwirkung: Paracetamol plötzlich riskant?

Österreich
06.12.2024 16:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Österreich betrug der Umsatz im Markt für Schmerzmittel im Jahr 2024 rund 146,70 Mio. Euro – Tendenz steigend. Paracetamol gehört zu den meistgekauften Schmerzmitteln in Österreich und findet sich in nahezu jedem Haushalt. Nun sorgt eine Neuentdeckung einer Nebenwirkung des beliebten Schmerzmittels für Wirbel.

Das Schmerzmittel Paracetamol ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich, gilt als gut verträglich und wird häufig als erste Wahl bei Schmerzen oder Fieber empfohlen. Doch auch ein so vertrautes Medikament birgt Nebenwirkungen und Risiken – insbesondere bei unsachgemäßer Dosierung.

Metabolische Azidose durch Paracetamol
Denn bei einer Überdosierung produziert der Körper verstärkt bestimmte Stoffwechsel-Produkte, die zu einer Übersäuerung führen können. Das ist auch der Grund, warum Hersteller ab sofort auf eine neue Nebenwirkung hinweisen müssen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine neue Nebenwirkung von Paracetamol bekannt gegeben: die metabolische Azidose. Diese Stoffwechselstörung zeichnet sich durch eine Übersäuerung des Blutes aus, bei der der Körper entweder zu viel Säure produziert oder nicht ausreichend abbaut.

Symptome der metabolischen Azidose:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Müdigkeit
  • schnellere/tiefere Atmung

Menschen mit Nierenerkrankungen häufiger betroffen
Die metabolische Azidose als Nebenwirkung von Paracetamol kann grundsätzlich jeden treffen, tritt aber häufiger bei Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen oder Nierenversagen auf.

Empfehlungen für Betroffene

Bei Anzeichen einer metabolischen Azidose nach Paracetamol-Einnahme:

  • Sofort ärztliche Hilfe aufsuchen
  • Bei bestätigter Diagnose: Absetzen des Medikaments und engmaschige Überwachung
  • Bei Fragen oder Unsicherheiten: Beratung in Arztpraxis oder Apotheke einholen

Die Beipackzettel aller paracetamolhaltigen Arzneimittel, einschließlich Kombinationspräparate, werden aktualisiert, um auf diese neue Nebenwirkung hinzuweisen. Die genaue Häufigkeit des Auftretens jener Nebenwirkung ist derzeit noch nicht bekannt.

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