05.05.2013 13:16 |

Auf Chavez' Spuren

Präsident Maduro: "Obama ist der oberste Teufel"

Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro (Bild) hat - ganz in guter alter Manier des verstorbenen Ex-Präsidenten Hugo Chavez - US-Präsident Barack Obama als "obersten aller Teufel" beschimpft. Nachdem Obama erneut Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Maduros Sieg bei den Präsidentschaftswahlen im April geäußert hatte, konterte Maduro mit scharfer Zunge.

"Wir verteidigen hier unsere Institutionen, den Frieden, Demokratie, die Menschen Venezuelas (...), und wir können uns mit jedem unterhalten, selbst mit dem obersten aller Teufel: Obama", betonte das venzolanische Staatsoberhaupt.

USA erkennen Wahlergebnis nach wie vor nicht an
Obama weigert sich nach wie vor, Maduros Wahlsieg als rechtmäßig anzuerkennen. Für die USA sei wichtig, dass in Lateinamerika "die Menschenrechte, demokratische Prinzipien, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit geachtet werden", sagte der US-Präsident bei einem Besuch in Costa Rica. Und es gebe Informationen, wonach diese Rechte in Venezuela "nach der Wahl nicht vollständig respektiert worden" seien. Die Venezolaner müssten selbst über ihre Zukunft entscheiden dürfen, forderte Obama.

Der US-Präsident wies auch die Vorwürfe scharf zurück, ein US-Filmemacher hätte im Auftrag Washingtons nach der Wahl in Venezuela Unruhen provozieren sollen. "Die Idee, dass diese Person ein Spion sein soll, ist lächerlich", sagte Obama in einem Fernsehinterview. Der Regisseur war Ende April am Flughafen von Caracas festgenommen worden. Laut seinem Anwalt wollte er bloß eine Dokumentation über die tiefen politischen Gräben in Venezuelas Gesellschaft drehen.

Erinnerungen an Chavez-Rede vor UN-Generalversammlung
Maduros Verbalattacke gegen den US-Präsidenten erinnerte stark an ein legendäres Zitat seines Vorgängers, der den früheren US-Präsidenten George W. Bush als Teufel tituliert hatte. Chavez war im März nach langer Krebserkrankung gestorben, es kam zu Neuwahlen, bei denen sich Maduro gegen den Oppositionskandidaten Henrique Capriles nach offiziellen Angaben knapp durchsetzen konnte. Das Ergebnis ist allerdings nach wie vor umstritten und wird insbesondere von der Opposition angezweifelt.

Mordkomplott der USA und Kolumbien gegen Maduro?
Die jüngsten Wortspenden des venezolanischen Präsidenten betrafen auch den früheren kolumbianischen Staatschef Alvaro Uribe, dem Maduro unterstellte, hinter einem angeblichen Mordkomplott gegen ihn zu stecken. "Uribe ist ein Mörder, ich habe schon genügend Anhaltspunkte dafür gesammelt, dass er an einer Verschwörung beteiligt ist", sagte Maduro.

Laut Maduro sollen bewaffnete Einheiten im südlichen Amazonasgebiet nur darauf warten, nach Venezuela einzudringen und eine Attacke gegen ihn auszuführen. Die Drahtzieher dieser Pläne seien neben Uribe zwei frühere US-Diplomaten aus Miami, Roger Noriega und Otto Reich, so Maduros Theorie. Uribe entgegnete über den Kurzbotschaftendienst Twitter, es handle sich um einen "kindischen Vorwurf".

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