Der Budgetentwurf für 2025 sieht 147,6 Millionen Euro neue Schulden vor, die Ausgaben steigen von 5,64 auf 6 Milliarden Euro. Ab 2026 ist keine Netto-Neuverschuldung mehr geplant.
Landeshauptmann Anton Mattle hält an seinem Ziel, bis 2026 einen ausgeglichenen Haushalt ohne neue Schulden vorzulegen zu können, weiter fest. Bis dahin schreibt Tirols oberster Finanzreferent aber weiterhin rote Zahlen. Eine Netto-Neuverschuldung von 147 Mio. Euro ist nächstes Jahr nötig, um die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben schließen zu können.
Wir sind entschlossen, künftigen Generationen keinen Schuldenrucksack zu überlassen. Im Förder- und Investitionsbereich wurde eine Reduktion um zehn Prozent vorgenommen, um Spielraum für das Setzen von Schwerpunkten zu gewinnen.
Landeshauptmann Anton Mattle, ÖVP
Ratingagenturen dennoch zufrieden
Das sei ein geringerer Betrag als erwartet, was auf seine „strengen Vorgaben“ zurückzuführen sei, erläuterte Mattle: „Alle Abteilungen wurden aufgefordert, Einsparungspotenziale zu finden. Im Budgetierungsprozess wurde im Förder- und Investitionsbereich eine Reduktion um 10 Prozent vorgenommen, um Spielraum für Schwerpunktsetzungen zu gewinnen.“ Zudem setze man mit der Schuldenbremse von maximal 25 Prozent der operativen Einzahlungen noch strengere Vorgaben als internationale Ratingagenturen vorgeben.
Schuldenstand steigt an
Im Vergleich zu anderen Bundesländern sei die Pro-Kopf-Verschuldung mit 1703 Euro „äußerst niedrig“, erläuterte Mattle den Tiroler Budgetweg. So sei der Gestaltungsspielraum in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Wohnen erhalten geblieben. Hier finden sich die größten Steigerungsraten (siehe Grafik). Am Ende des Jahres 2025 stehen 1,323 Milliarden Euro Schulden zu Buche, nach zuvor 1,175 Milliarden.
Neos sehen Tirol weit von einem Nulldefizit entfernt
„Ob das versprochene Vorhaben eines Nulldefizites in dieser Periode überhaupt noch glückt, bezweifle ich stark. Die versprochene Schuldengrenze von einer Milliarde Euro wurde auch schon lange überschritten“, erklärte Neos-LA Susanna Riedlsperger. „Die 50 Millionen, die durch 10% bei Förderungen und Investitionen frei werden, sind genau jene knapp 50 Mio. €, die wir heuer weniger aus den Bundessteuern erhalten. Da wurde de facto nichts eingespart!“
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