Trickreich locken windige Firmen seriösen Unternehmen viel Geld heraus. So wie in mehreren Fällen im Osten Österreichs. Jetzt warnt die Wirtschaftskammer vor offiziell wirkenden Formularen mit dem gelb unterlegten Titel „Brancheneintrag SEO 2024/2025“.
WKO – ein Kürzel, bei dem Unternehmer aufpassen sollten. Denn das, was nach Wirtschaftskammer Österreich aussieht, ist eine Wirtschaft-Kartei für Österreich, die mit einer Gratiseintragung in einem Branchenverzeichnis wirbt. Im Kleingedruckten geht es allerdings um viel Geld. Gelockt wird mit einem „Gratis-Eintrag“. Kostenlos sind aber nur die ersten 12 Wochen. Danach werden 300 € pro Monat verrechnet, für ein Jahr im Voraus fällig!
Formulare ohne Absender
Aktuell flattern Formulare in die Büros von Unternehmen, Ordinationen und Apotheken, die ohne ersichtlichen Absender zugestellt werden. Der gelb unterlegte Titel „Brancheneintrag SEO 2024/2025“ fällt sofort auf. Die Empfänger fühlen sich dazu angehalten, (offenbar absichtlich eingebaute) Fehler zu korrigieren und das Formblatt zurückzuschicken.
Abo für Suchmaschinenoptimierung
Die Tücken stecken im Detail: Im Kleingedruckten wird auf ein Abo und die damit verbundenen Kosten hingewiesen. Wer das ausgebesserte Formular retourniert, erhält wenig später eine Rechnung über 2851,20 Euro von der Nexus Reach GmbH für einen abgeschlossenen Vertrag. Im Konkreten handelt es sich um ein Abo für die Suchmaschinenoptimierung zum Preis von 99 € zuzüglich der Umsatzsteuer mit 24 Monaten Laufzeit.
Irreführende Postzustellungen dieser Art häufen sich zurzeit. Die Wirtschaftskammer Burgenland mahnt zur Vorsicht. „Zugesandten Formularen und unbekannten Werbeangeboten sollte man grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen. Ohne vorhergehende Abklärung darf niemals gezahlt werden“, raten Experten des Service-Centers.
Betrüger am Telefon
Auch vor Tricks am Telefon sind Unternehmen nicht gefeit. Ein raffinierter Anrufer redete einer Sekretärin ein, dass eine einjährige Gratis-Vereinbarung ihres Büros mit einem Verlag in Kürze ablaufe. Um ihrem Chef künftig Kosten zu ersparen, wollte die Mitarbeiterin sofort kündigen. An den Erklärungen des Gesprächspartners zweifelte sie nicht.
Da Eile geboten war, schickte die Sekretärin nur wenige Minuten später das zuvor übermittelte Kündigungsformular samt Firmenstempel und Unterschrift an den Absender. Prompt folgte die böse Überraschung. Als die Angestellte in aller Ruhe das Kleingedruckte las, musste sie entsetzt feststellen, einen dreijährigen Auftrag für eine Anzeige in einem Internet-Stadtplan erteilt zu haben. Die Kosten: 1798 Euro pro Jahr!
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