Auch Heer war offline

Cyberangriffe auf Ministerien & Behörden dauern an

Digital
25.09.2024 10:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nachdem in den letzten Tagen bereits diverse Parteien Cyberangriffe auf ihre Webserver gemeldet hatten, hat es Mittwochvormittag auch Ministerien und Behörden getroffen. Beim Verteidigungsministerium und Rechnungshof kam es zu temporären Ausfällen.

Die Handschrift gleicht jener der Angreifer, die am Montag und Dienstag die Websites von KPÖ, ÖVP und SPÖ unter Beschuss nahmen – es dürfte sich also um sogenannte DDoS-Angriffe handeln, deren Ziel die Überlastung des Webservers ist. Es ist eine vergleichsweise primitive Angriffsmethode, für die es keine Hacker-Kenntnisse braucht und mit denen Webmaster in ihrem Alltag häufig konfrontiert sind. Wenige Tage vor einer Nationalratswahl sorgt die Häufung der Vorfälle aber natürlich für besondere Besorgnis.

Innenministerium zeigt sich gelassen
Im Innenministerium sieht man die Attacken jedoch gelassen. Man sei zwar „gewarnt“, hieß es Dienstagnachmittag zu den gehäuften Angriffen. DDoS-Angriffe seien aber prinzipiell nichts Ungewöhnliches und seit Putins Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 gehäuft zu beobachten. Vermehrte DDoS-Angriffe auf heimische Websites registrieren man schon seit einer Woche.

Mysteriöse Drohungen kursieren auf Telegram
Im Messengerdienst Telegram brüsten sich anonyme Nutzer, die sich als Hackerkollektiv mit Nähe zu Russland ausgeben, mit den Angriffen. Prüfen lassen sich diese Aussagen aber nicht. Das Innenministerium will einen Ursprung in Russland nicht bestätigen. Es sei aber bekannt, dass diverse Hackerkollektive ihre „Erfolge“ im Internet „vermarkten“ würden, hieß es. Die angebliche Drohung, auch die Wahl am Sonntag sabotieren zu wollen, nimmt das Innenministerium zwar ernst. Eine tatsächliche Bedrohung für die Durchführung sieht man dort aber nicht.

DDoS-Attacken gibt es jeden Tag
Auffällig bei den jüngsten DDoS-Vorfällen ist die zeitliche Nähe zur Nationalratswahl und das öffentlichkeitswirksame Aufgreifen durch die PR-Strategen der Parteien. Bereits seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine seien aber täglich Webseiten von westlichen Nationen in Europa mit DDos-Attacken konfrontiert, teilweise würden diese auch auf Telegram veröffentlicht, relativiert das Innenministerium die Schwere der Vorfälle.

DDoS-Angriffe können meist abgewehrt werden: Aufgrund ihrer Häufigkeit verfügen viele Websites über Schutzmaßnahmen, weshalb der Schaden gering ausfalle. Wirklich problematisch werden sie dort, wo bei Ausfällen Geld verloren geht – etwa Online-Shops. Der entstehende Schaden, wenn Info-Websites vorübergehend offline sind, ist im Vergleich dazu überschaubar. Die zuständigen Stellen des Innenministeriums wurden dennoch eingeschaltet.

ÖVP nutzt Vorfall für Angriff auf die FPÖ
Die Volkspartei nutzte die Vorfälle im Wahlkampf-Endspurt für einen Angriff auf die FPÖ. Diese habe mit ihrem Freundschaftsvertrag zu Putins Partei „eine fragliche Beziehung“ zu Russland beurkundet. „Dass diese Nähe der FPÖ zu Russland gefährlich ist, zeigen einmal mehr die aktuellen Hackerangriffe auf mehrere österreichische Parteien und den ORF, die laut Medienberichten eine Moskau-Nähe aufweisen“, sagte ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker.

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