Die Flut hat in Österreich den Zusammenhalt wieder geweckt. Denn 50.000 Freiwillige eilen bei unserer „Füreinand“-Aktion mit der Caritas den verzweifelten Opfern zu Hilfe.
Binnen Minuten hatte sich der Gablitzbach in der gleichnamigen Wienerwald-Gemeinde in eine reißende Wasserbestie verwandelt. Schmutzig-braune Massen schossen ins Haus der 57-jährigen Christina Schmirl. In jenes gemütliche Zuhause, das sie erst vor vier Monaten bezogen und liebevoll eingerichtet hatte. „Ich habe mich in der Dunkelheit so alleine gefühlt – ein schlimmes Gefühl. Doch dann war rasch die Feuerwehr da“, gesteht die Heilmasseurin beim Lokalaugenschein der „Krone“ mit Caritas-Direktor Klaus Schwertner.
Eine kleine Armee von Helfern ist seither bei ihr eingerückt, um die gröbsten Schäden zu beseitigen. Was Schmirl Kraft gibt, ist die Nachbarschaftshilfe: „Wir sind im wahrsten Sinn alle füreinander da!“
Caritas: „Die Menschen rücken näher“
Als stille Heldin des Alltags gilt Caritas-Pflegerin Manuela Utikal, die in Guntramsdorf (NÖ) keine Sekunde daran dachte, die ihr anvertraute Fernanda Rotter im Stich zu lassen. Die Betreuerin musste durch die rapide steigende Flut waten, um zu ihrem 92-jährigen Schützling zu gelangen. Was berührt: Utikal versichert, das sei für sie selbstverständlich gewesen. Nur ein Beispiel von Hunderten für jene Welle der Menschlichkeit, die Österreich überrollt. Ähnliches passiert derzeit an Tausenden Orten in den Flutgebieten!
„Die Menschen rücken näher. Jeder und jede ist für den anderen da. Das ist gelebte Nächstenliebe und der Wille, dieses Meer an Tränen gemeinsam zu trocknen“, schildert Schwertner, der pausenlos draußen unterwegs ist, um zu retten, was oft nicht mehr zu retten ist. „Das Trauma dieser Katastrophe wird die Betroffenen lange verfolgen“, so der Idealist. Zu den Verlusten zählt er auch die Erinnerungen, zutiefst Persönliches wie Fotos. Das mag für manche schwerer wiegen als der materielle Verlust.
Dennoch hat das Wasser viele auch in existenzielle Not gestürzt. Genau hier wollen wir punktgenau, rasch und unbürokratisch helfen. Mit Ihrer Spende, und sei sie noch so klein.
Inzwischen wurden die ersten Hilfen an Opfer ausbezahlt. Kanzler Karl Nehammer bestätigt, dass schon eine knappe Million geflossen sei – und das war sicher erst der Anfang.
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