Beachvolleyballer Steven van de Velde hat sich nach seiner umstrittenen Teilnahme an den Olympischen Spielen in Paris erstmals zu Wort gemeldet. Der einst verurteilte Vergewaltiger sah sich mit viel Gegenwind konfrontiert und brach nun im Interview in Tränen aus. „Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich vor 10 Jahren war“, so der Niederländer.
Als 19-Jähriger hat Van de Velde in England ein 12-jähriges Mädchen vergewaltigt und wurde dafür zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach nur 13 Monaten wurde der Niederländer wieder entlassen und hat sich seither einen Namen im Beachvolleyball gemacht.
Für sein Heimatland nahm er schließlich auch an den Olympischen Spielen in Paris teil und erntete dafür viel Gegenwind. Am Ende wurde er bei jedem Spiel gnadenlos ausgebuht. Zusammen mit seinem Partner schaffte er es ins Viertelfinale, vermied es allerdings Interviews zu geben oder sich zu sehr in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Er bricht in Tränen aus
Nach Ende des Turniers hat er nun dem holländischen TV-Sender „Nos“ ein Interview gegeben. „Es ist definitiv nicht wenig, was auf einen einprasselt. Ich finde es schade. Es ist zehn Jahre her, ich habe über hundert Turniere gespielt“, meldete sich der 29-Jährige dort zu Wort.
Der Olympionike gab zu, dass ihn die Situation belastet hat. „Aber ich dachte: Ich will das nicht. Ich werde anderen nicht die Macht geben, zu entscheiden, dass sie mich weg schikanieren oder loswerden können.“ Immerhin, so der Niederländer, habe er seine Lektion gelernt: “Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich vor 10 Jahren war.“
Dennoch könne er die Wut verstehen, die ihm entgegenschlägt, erklärte Van de Velde und brach schließlich in Tränen aus: „Ich kann nicht ändern, was die Leute über mich denken. Man kann mich für immer für das verantwortlich machen, was passiert ist. Ich weiß, dass das den Rest meines Lebens eine Rolle spielen wird. Das muss ich akzeptieren, denn ich habe einen Fehler gemacht.“
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