Diese Olympia-Nominierung sorgt für Aufregung: Der Niederländer Steven van de Velde saß wegen der Vergewaltigung einer 12-Jährigen im Gefängnis – im Sommer nimmt er an den Spielen in Paris teil.
Der 29-jährige Beachvolleyballer wurde 2016 zu vier Jahren Haft verurteilt, nachdem er ein Mädchen, das er über Facebook kennengelernt hatte, mit Alkohol gefügig gemacht und missbraucht hatte. Er kam jedoch schon nach einem Jahr wieder frei.
Nach seiner Entlassung reifte Van de Velde zu einem Spitzensportler. In Paris wird er gemeinsam mit seinem Partner Matthew Immers auf Medaillenjagd gehen.
„Vorbildlicher Profi und Mensch“
Die Nominierung des Niederländers sorgte natürlich für großes Aufsehen. „Wir kennen Stevens Geschichte“, sagte der Generaldirektor des nationalen Volleyverbandes, Michael Everaert. Der 29-Jährige habe seine Strafe verbüßt und sei vollständig in die Volleyballgemeinschaft integriert. Er habe bewiesen, dass er ein vorbildlicher Profi und Mensch sei.
Van de Velde selbst sagte, dass er dank der Unterstützung von Familie und Freunden den „größten Fehler meines Lebens“ hinter sich lassen konnte. Er sei dankbar, dass er eine zweite Chance erhalte.
Kritik von US-Organisation
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wollte sich nicht näher zur Nominierung äußern, verwies auf das niederländische Komitee, das dafür zuständig sei. Die US-Organisation SafeSport, die sich dem Kampf gegen sexuellen Missbrauch im Sport verschrieben hat, zeigte sich jedenfalls „tief besorgt“, dass ein Sportler, der wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen verurteilt wurde, an Olympia teilnehmen dürfe. Das sende eine gefährliche Botschaft.
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