"Es ist unfassbar, dass so etwas bei uns im Haus passieren konnte", erzählte eine Nachbarin beim "Krone"-Lokalaugenschein im Genossenschaftsbau in der Ullmannstraße in Wien-Fünfhaus und ergänzt: "Aber es wundert mich auch nicht. Seitdem dieser Herr hier eingezogen ist, gibt es ständig Probleme. Er war drogensüchtig und hat nachts oft randaliert, bei den beiden flogen ständig die Fetzen."
Auslöser für das Verhalten des Mannes am Mittwoch war offenbar die Ankündigung der Frau, die langjährige Beziehung beenden zu wollen, berichtete die Polizei. Der Streit, bei dem es außerdem um die vierjährige Tochter der beiden gegangen sein soll, eskalierte. Der 30-Jährige sperrte sich und seine trennungswillige Partnerin in der Wohnung im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus ein und nahm der Frau Schlüssel sowie Handys weg.
WEGA befreit Opfer aus Wohnung
Den Angaben der Exekutive zufolge hielt er der Frau mehrfach eine Gaspistole an den Kopf. Das Martyrium des Opfers dauerte bis Freitag, als der Gewalttäter die Wohnung verließ - möglicherweise, um sich Suchtmittel zu beschaffen. Seine Lebensgefährtin erreichte via Laptop und Facebook einen Bekannten, der die Polizei alarmierte. Angehörige der WEGA und Feuerwehrleute brachen die Wohnungstür auf und befreiten die Frau. Unterdessen bewachten Polizisten das Stiegenhaus und sicherten die Umgebung.
Polizisten mit Klappmesser attackiert
Auf seinem Rückweg lief der 30-Jährige den Einsatzkräften buchstäblich in die Arme: Er wurde in unmittelbarer Nähe seines Wohnhauses gefasst. Bei seiner Festnahme versuchte er noch, die Beamten mit einem Klappmesser zu attackieren. Die Gaspistole hatte der Mann ebenfalls bei sich. Er wurde in Haft genommen.
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