Hotspots identifiziert
Karte zeigt, wo man im Mittelmeer mit Müll badet
Forscher haben mithilfe zahlreicher Satellitenbilder Tausende Müllflächen identifiziert, die 94,5 Quadratkilometer Wasser bedecken.
Zahlreiche Österreicher freuen sich auch heuer wieder auf ihren wohlverdienten Badeurlaub im Mittelmeer. An Tausenden Stränden ist dieser auch völlig unbedenklich, doch ein internationales Forscherteam lässt aufhorchen: Laut Studien landet mittlerweile jede Minute eine ganze Lastwagenladung Plastik in den Weltmeeren.
Satellitenbilder zeigen Müll auf Meeresoberfläche
Wo der Abfall letztlich endet, war bisher aber unklar. Darum haben Meereswissenschafter der Universität Cádiz in Spanien zusammen mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA 300.000 Satellitenbilder der Meeresoberfläche analysiert, die alle drei Tage aufgenommen wurden. Zusammen mit Algorithmen wurde daraus eine umfassende Karte angefertigt, die das Fachmagazin „Nature Communications“ nun veröffentlichte.
Der Mittelmeerraum gehört zu den stärker von Plastikverschmutzung betroffenen Meeren – nicht zuletzt auch wegen der besonders hohen Anzahl an Touristen.
Andrés Cózar von der Universität Cádiz
Sie zeigt, wo sich die Meeresverschmutzung im Mittelmeer besonders ansammelt: An der italienischen Küste von Triest bis Venedig, im Süden des Landes zwischen Neapel und Kalabrien sowie an der Ostküste Griechenlands. Zudem sind Müllstreifen an der Südküste Spaniens, der Küste Algeriens und Tunesiens und der südlichen Küste der Türkei zu erkennen, wo sich Ferienorte wie Antalya, Alanya und Side befinden.
Forscher identifizierten fast 14.400 Müllstreifen
Auch ohne Karte sind die Zahlen beängstigend: Die insgesamt 14.374 identifizierten Müllstreifen bedecken 94,5 km² Meeresoberfläche. Das entspricht 7500 Fußballfeldern. Einige dieser Müllpfade erreichen eine Länge von bis zu 20 Kilometern und wurden vor allem durch starke Meeresströmungen an der Oberfläche gebildet.








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