Einige haben es auch diesmal wieder probiert. Sie wollten ohne Ticket beim Großen Preis von Österreich zusehen. Doch sie scheiterten an den Securitys. Sie hätten vielleicht Tipps von Franz Kreuzspiegel einholen sollen. Der Niederösterreicher hat sich jahrelang bei Formel-1-Rennen an die Strecke geschlichen.
Kreuzspiegel schaffte es sogar bis an die Boxenmauern. Diesmal war er mit Ticket in Spielberg, flanierte sogar mit rosa VIP-Band durch das Fahrerlager. Ausgerechnet sein einstiger „Gegenspieler“ hat ihm das ermöglicht
Christoph Ammann ist nämlich Chef des Formel-1-Streckenhüters CAM Security, aber nachtragend ist er nicht. Mit Schmunzeln erinnert er sich an die Aktionen von Kreuzspiegel in den 80er-Jahren. Heute sind die beiden auf Du und Du, Ammann lud den 66-Jährigen sogar zum diesjährigen Rennen in Österreich ein.
„Einmal hat er sich als McLaren-Mechaniker auf die Strecke einschleichen wollen. Sein Pech war, dass er ein Marlboro-Emblem auf der Brust hatte, aber damals ein Werbeverbot war“, lacht Ammann. „Das war in Hockenheim“, erinnert sich Kreuzspiegel, „ich hab das mit dem Werbeverbot nicht gewusst, aber ich wurde trotzdem hineingelassen.“
Bis an die Boxenmauer
„Am Anfang hab ich ja auch nicht gedacht, dass das so gut funktionieren würde“, verrät der Ex-Ring-Eindringling. Und erinnert sich: „Ist ein McLaren-Mechaniker mit zwei Kanistern gegangen, hab ich ihn gefragt, ob ich ihm helfen kann – und schon war ich drinnen.“ Wichtigstes Hilfsmittel war ein Stück Stoff mit Sponsor drauf: „Ich hatte ein gelb gefärbtes Leiberl, hinten das Agip-Logo draufgenäht. Man hat es halt probiert. Und schon bin ich am Hungaroring an der Boxenmauer gelehnt.“
Anfang der 80er gründete Kreuzspiegel einen Gerhard-Berger-Fanklub, organisierte Fantreffen mit seinem Idol und Busreisen zu Rennen. Die er später auch mit Ticket besuchte. Wie heuer in Spielberg. Obwohl er schmunzelt: „Ich habe noch nie Eintritt für ein Rennen bezahlt! Entweder hab ich mich reingeschlichen oder eine Karte geschenkt bekommen.“
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