Wie geht‘s der heimischen Wirtschaft? Die Zuständigen blicken mit großer Sorge in die Zukunft, auch wenn man in Tirol noch auf ein geringes Wachstum hofft. Wirtschaftskammerpräsidentin Barbara Thaler spricht von einer „Deindustrialisierung“ Tirols.
Ernste Mienen bei der Präsentation des zweiten Tiroler Konjunkturgipfels von WK-Präsidentin Barbara Thaler, Landeshauptmann Anton Mattle und Landesrat Mario Gerber (alle ÖVP). Nicht gerade rosig stellt sich die Lage dar. Die Sorge um den Tiroler Wirtschaftsstandort wachse bei den Betrieben, wie Thaler ausführt, sie spricht sogar von einer „Deindustrialisierung Tirols“.
Ich fürchte mich etwas vor der Deindustrialisierung unseres Standortes. Wir haben einen Mix aus schlechter Auftragslage und hohen Arbeitskosten.

Barbara Thaler (WK Tirol)
Bild: Christof Birbaumer
„Das ist natürlich ein großes Wort, das ist mir bewusst, aber trotzdem muss man auf die Tatsache hinweisen, dass große Betriebe teilweise woanders hin investieren, ohne groß darüber zu reden“, sagt Thaler.
Die Gründe seien die stark gestiegenen Arbeitskosten – und zwar um 23 Prozent. Und damit seien sie stärker gestiegen als sonst wo in Europa.
„Steuerliche Entlastung und Bürokratieabbau“
Auch der anhaltende Fachkräftemangel und die nach wie vor hohen Energiekosten seien Gründe zur Sorge. Besonders davon betroffen seien exportorientierte Betriebe, die sich im internationalen Wettbewerb befinden.
In Tirol ist die Lage durch den Branchenmix noch ein bisschen optimistischer und wir haben zumindest ein geringes Wirtschaftswachstum.

LH Anton Mattle
Bild: Birbaumer Christof
Landeshauptmann Mattle sieht dennoch für Tirol im Gegensatz zu Gesamtösterreich „ein geringes Wirtschaftswachstum“. Lösungsansätze gäbe es in der Energiewende, in steuerlichen Entlastungen und im Bürokratieabbau. Er stehe weiterhin für eine Senkung der Lohnnebenkosten, steuerfreie Überstunden und einen Bonus für Vollzeitarbeit.
LR Gerber blickt hingegen auch optimistisch in die Zukunft: „Die Zeiten sind von Herausforderungen gespickt, aber es wird heller.“
Gerbers Lösungsvorschläge lauten: Die Mittelschicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entlasten und qualifizierte Zuwanderung zulassen. „Wer arbeiten will und sich benehmen kann, muss in Österreich auch willkommen sein“, betont er.
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