Überforderung & Hass. Trübsinnig könnte man werden – hätten wir nicht gerade so viel Freude an unserer Fußball-Nationalmannschaft. Was ist jetzt schon wieder passiert? Nein, diesmal nichts hier bei uns in Österreich. Aber es betrifft die ganze Welt massiv, also auch uns hier auf der ehemaligen, vermeintlichen „Insel der Seligen“. Joe Biden, der normalere der beiden seltsamen Kandidaten für das US-Präsidentenamt von 2025 bis 2029, hat in der ersten direkten TV-Konfrontation mit Widersacher und Vorgänger Donald Trump komplett versagt. Noch viel deutlicher als je zuvor erwies sich der 81-jährige demokratische Präsident als überfordert, er stotterte, hatte Aussetzer, nuschelte phasenweise nur leise vor sich hin und hatte Probleme, verständliche Sätze zu formulieren. Während sein republikanischer Widersacher auf Hass und Lügen setzte. Die Kritiken für den Titelverteidiger sind vernichtend – auch aus Medien, die ihm wohlwollend gegenüberstehen. Oder, besser gesagt: standen. Denn nun ist, spät, wohl zu spät, die Diskussion über eine Ablöse Bidens als Kandidat entbrannt. Möglich ist das nur, wenn er selbst aufgibt. Damit rechnen Insider aber nicht. Was da wohl auf die Menschheit zukommt…
Mieses Zeugnis. Wenn man sich selbst zur „Qualitätszeitung“ erhebt – darf man dann alles? Wenn man stets so viel Wert darauf legt, den Eindruck zu erwecken, man habe die journalistische Ethik gepachtet und gleichzeitig regelmäßig auf andere mit dem Finger zeigt – ist man dann vorbildlich? Nein, die Zeiten sind vorbei. Wenn etwa zuletzt der links positionierte „Standard“ über Wochen ausgerechnet gegen die linke Spitzenkandidatin einer linken Partei kampagnisiert, dann lässt man ihm das heutzutage nicht mehr einfach so durchgehen. Nicht nur, dass diese Schmutzkübelkampagne gegen die junge Lena Schilling bei der EU-Wahl wenig Wirkung zeigte, auch in der öffentlichen Wahrnehmung setzte es viel Kritik an dieser Art der Berichterstattung des mit öffentlichen Inseraten und Förderungen hoch mitfinanzierten Standard. Jetzt folgte das Urteil des Presserats: Nach Ansicht des Senats 1 des Presserats verstößt zumindest ein Artikel der „Standard“-Serie zu Lena Schilling gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse. Man hatte den Charakter der Kandidatin mies gemacht – anhand von anonymisierten Zitaten. Der Presserat meint, es sei zwar möglich, die charakterliche Eignung einer Spitzenkandidatin öffentlich infrage zu stellen, sieht jedoch einen „Verstoß gegen das Gebot einer gewissenhaften und korrekten Wiedergabe von Nachrichten“. Ein mieses Zeugnis für diesen hoch geförderten angeblichen „Qualitätsjournalimus“.
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