Di, 18. Dezember 2018

Nach Mordprozess

24.10.2012 11:06

Freigesprochener will Entschädigung für 221 Tage Haft

Der Prozess um den Mord am Wiener Gürtel vor dem "Café Orient", der am Montag mit einem Freispruch für den angeklagten 66-Jährigen zu Ende gegangen war, hat offenbar ein Nachspiel: Für 221 Tage in U-Haft will der Pensionist aus Graz nun eine Entschädigung, erklärte sein Verteidiger Herbert Eichenseder.

"Die Höhe, die ich beantragen werde, muss ich aber erst ausrechnen", meinte der Advokat. Klar dürfte sein, dass es mehr werden soll als die üblichen 20 Euro pro Tag in U-Haft. Laut Eichenseder hat der 66-Jährige unter anderem seine Grazer Wohnung verloren, weil er aus der Haft die Miete nicht zahlen konnte.

Fleischhauer von Unbekanntem erschossen
Bei dem Prozess war es um eine Bluttat gegangen, die im März 1987, vor 25 Jahren, am Neubaugürtel begangen worden war. Ein 31-jähriger Fleischhauer namens Erich L. hatte in dem Lokal in fortgeschritten alkoholisiertem Zustand seinen Hund gequält, was einen anderen Lokalgast missfiel. Er bat den Tierquäler mit den Worten "Gemma auße" vor das Lokal, wo zunächst ein Wort das andere gab. Schließlich schoss der Unbekannte dem Fleischhauer in den Bauch und flüchtete. Für Erich L. kam jede Hilfe zu spät.

Weil der 66-Jährige wenige Tage danach seiner damaligen Frau beschieden hatte, "Du, wenn du weiter so saufst, geht's dir so wie dem, weil den hab' i derschossen", stand er nun vor Gericht. Die Gemahlin wurde wenige Monate später zur Ex und erzählte anderen Menschen, was ihr früherer Partner zu ihr gesagt hatte.

Im Prozess entschlug sie sich aber, andere Zeugen glänzten mit großen Erinnerungslücken, sobald es um jenen alkoholschwangeren Tag im und vor dem "Café Orient" ging.

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