So, 22. Juli 2018

Streit geht weiter

19.10.2012 21:53

"Lock-out": Alle NHL-Spiele bis 1. November abgesagt

Wegen des andauernden Tarifstreits ("Lock-out") hat die National Hockey League am Freitag alle Spiele bis zum 1. November abgesagt. Seit dem ursprünglich für 11. Oktober geplanten Start der neuen Saison sind damit bereits 135 Partien der Aussperrung der Eishockey-Profis zum Opfer gefallen.

Bei einem Treffen zwischen Liga und Spielergewerkschaft (NHLPA) hatten die Teambesitzer in Toronto gleich drei Vorschläge der Gegenseite ablehnt. NHL-Commissioner Gary Bettman (im Bild im Vordergrund links) bezeichnete das jüngste Angebot der Gewerkschaft gar als "Rückschritt".

"Ich bin besorgt, wir kommen nicht voran", betonte er. Man sei gekommen, in der Hoffnung, durch die Vorschläge schnell einen Fortschritt zu machen, meinte Pittsburgh Penguins-Kapitän Sidney Crosby. "Aber es sieht nicht gut aus." Eine Saison mit allen 82 Ligaspielen scheint damit entgegen jüngsten Entwicklungen wieder unrealistisch.

Die Angebote der Gewerkschaft waren ein Gegenvorschlag zu dem zu Wochenbeginn unterbreiteten Liga-Offert. Dieses sah vor, die jährlichen Gesamteinnahmen von 3,3 Milliarden US-Dollar zu teilen, bei einer Vertragsunterzeichnung bis zum 25. Oktober die neue Saison am 2. November zu beginnen und sämtliche 82 Spiele je Klub auszutragen. Die Liga betonte, dass keine der drei Angebote den Besitzern eine 50:50-Lösung garantiert hätte.

Spieler seit Mitte September ausgesperrt
Bisher standen den seit Mitte September ausgesperrten rund 700 NHL-Profis 57 Prozent der Einnahmen zu. NHLPA-Geschäftsführer Donald Fehr hob hervor, dass die Spieler in den kommenden fünf Jahren 1,8 Milliarden Dollar an Gehalt verlieren, wenn sie dem Angebot der Eigner zustimmen würden. Weitere Treffen beider Seiten sind vorerst nicht geplant. Somit droht demnächst die Streichung weiterer Partien.

Hauptstreitpunkt ist die Aufteilung der jährlichen Gesamteinnahmen von rund 3,3 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 2,55 Milliarden Euro). Allein durch die Absage der Vorbereitungsspiele ist bereits ein finanzieller Schaden von rund 100 Millionen Dollar (rund 77 Millionen Euro) entstanden.

Viele NHL-Profis spielen derzeit in Europa
Aufgrund des Tarifstreits sind nun bereits 135 Partien bis zum 1. November abgesagt worden. Seit Beginn des "Lock-out" und bis zum Ende des Arbeitskampfes spielen zahlreiche NHL-Profis – so auch die Österreicher Thomas Vanek (Graz 99ers), Michael Grabner (Villach) und Andreas Nödl (Innsbruck) - bei Klubs in Europa.

Die Streichung weiterer Partien kam wenig überraschend. Die Frage ist, ob angesichts der festgefahrenen Lage der erneute Ausfall einer gesamten Saison droht. Wegen des damaligen Arbeitskampfes war die Spielzeit 2004/05 schließlich komplett abgesagt worden.

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