Zwei Stellen unbesetzt

Mürzzuschlag kämpft gegen den Ärztemangel

Steiermark
04.04.2024 18:00

In der Steiermark grassiert der Medizinermangel. Neben Spitalsposten betrifft das vor allem Kassenstellen, vornehmlich außerhalb des Grazer Speckgürtels. So verzeichnet auch Mürzzuschlag seit einiger Zeit zwei vakante Stellen für Allgemeinmediziner. Doch jetzt scheint endlich eine Lösung in Sicht.

Im Mürztal versteht man die Welt nicht mehr: Bereits im Frühjahr 2021 ist ein Allgemeinmediziner in Pension gegangen, Ende des Vorjahres folgte der nächste – somit sind in Mürzzuschlag aktuell zwei von vier Kassen-Planstellen für Allgemeinmediziner unbesetzt. „Obwohl wir mittlerweile zwei interessierte Ärztinnen gefunden haben, die in Mürzzuschlag eine Ordination eröffnen wollen, geht nichts weiter“, schüttelt Langzeit-Bürgermeister Karl Rudischer (SPÖ) den Kopf.

Der Mürzzuschlager Stadtchef Karl Rudischer. (Bild: Heinz Weeber)
Der Mürzzuschlager Stadtchef Karl Rudischer.

Aus seiner Sicht haben sich Gesundheitskasse (ÖGK) und Ärztekammer den Ball immer wieder hin- und hergespielt. Einmal ging es um eine etwaige Anschubfinanzierung durch die ÖGK, einmal um die Ausschreibung durch die Kammer. Eine Kassenstelle kann ja nur besetzt werden, wenn zuvor eine Ausschreibung in der Kammer-Zeitung erfolgt ist. Und das ist eben laut Rudischer seit Herbst 2021 nicht mehr passiert. „Eine, der von uns kontaktierten Ärztinnen, hat sich bei der Ärztekammer ja schon beworben, dann wurde ihr mitgeteilt, dass für Mürzzuschlag gar keine Stelle ausgeschrieben sei. Dabei hat uns die ÖGK im Vorfeld versichert, dass auch die Anschubfinanzierung aufrecht sei“, sagt Rudischer.

Bei der ÖGK kann man den Unmut seitens der Mürzzuschlager durchaus verstehen: „Wir arbeiten seit einiger Zeit intensiv an einer Lösung für diese Region, aber ich kann den Herrn Bürgermeister schon verstehen“, stellt Josef Harb, Vorsitzender im steirischen ÖGK-Landesauschuss, klar. Er kann aber auch mit einer Lösung aufwarten: „Die Ausschreibung ist nun erfolgt und läuft noch bis 16. April.“ Auch die oben zitierte Anschubfinanzierung in der Höhe von 70.000 Euro (gebunden an Ausgaben, die für Investitionen in die Ordination getätigt werden) durch die ÖGK sei dabei berücksichtigt. „Wir stehen mit der Ärztin auch in Kontakt, wissen, welche Räumlichkeiten sie ins Auge gefasst hat.“

Josef Harb, ÖGK-Landesstellen-Vorsitzender. (Bild: Christian Jauschowetz)
Josef Harb, ÖGK-Landesstellen-Vorsitzender.

Außerdem habe die Schaffung eines Primärversorgungszentrums in Mürzzuschlag für die ÖGK weiter Priorität. „Hierbei haben wir am Bahnhof eine Lokalität in Aussicht und sprechen auch schon mit einem möglichen Betreiber.“ Dabei soll es sich dem Vernehmen nach um die Diakonissen handeln, die ja auch schon das PVZ in Admont betreiben. Jedenfalls soll die Realisierung laut Harb noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Selbiges ist übrigens auch in Deutschlandsberg und Kindberg geplant – südwestlich von Mürzzuschlag will die ÖGK das Zentrum sogar selbst betreiben.

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