Mildes Frühjahr

Sind dann auch schon alle Siebenschläfer wach?

Tierecke
22.03.2024 12:20

In vermodernden Astlöchern, Spechthöhlen, aber auch verlassenen Krähennestern haben die putzigen Siebenschläfer zusammengekuschelt den Winter verschlafen. Ganze sieben Monate - wie der Name schon sagt. Doch heuer hat sie das milde Frühjahr schon bedeutend früher wach geküsst. 

Ganze sieben Monate schlummert der putzige Siebenschläfer in seinem kuscheligen Versteck selig durch: zusammengekuschelt in vermodernden Astlöchern, Spechthöhlen, aber auch verlassenen Krähennestern. Oft graben sich die Individuen einzeln sogar bis zu einen Meter unter die Erde ein, um Schnee und Frost zu entkommen. Das große Schlummern hatte für die Schläfer schon im September begonnen. Bis spät in den April hinein tickt normalerweise deren innere Schlafuhr.

Doch heuer sind die kleinen Gesellen wie so viel anderes Getier da draußen im grünen Tann um vieles früher dran. Bemerken wird man den (N)immermüden allerdings kaum. Denn der Siebenschläfer ist so bodenscheu und dämmerungsaktiv, dass er erst bei Einbruch der Dunkelheit so richtig wach wird und erst am Morgen in sein Nesterl zurückkehrt. Allenfalls kann man ihn hören – denn wenn ein Nistkästchen zum Frühjahrsputz geöffnet wird, dann „knurrt“ er ratternd und recht grantig.

Sprünge von bis zu 1 m sind hoch oben im Strauchwerk keine Seltenheit Sonst aber ist er ein recht umgängliches Tierchen, das sich nach Eichkatzerl-Art beim Fressen auf die Hinterbeine stellt und mit den Vorderpfoten frische Knospen, Sämereien, Vogeleier und so manche andere Leckerbissen aus Mutter Natur zum Mäulchen führt.

Was den Siebenschläfer sonst noch auszeichnet, ist ein feines Gehör. Ruhig dasitzend, die großen Ohren in jede Windrichtung drehend, nimmt der Nager aus der Familie der Bilche jedes noch so leise Rascheln wahr. Nicht immer hilft ihm das aber gegen das Heranschleichen von Feinden wie der Wildkatze, Uhus oder Eulenvögeln. Und das, obwohl der Vierbeiner zwischen Blatt, Stamm und Asterl ein turnerischer Superathlet ist. Sprünge von bis zu einem Meter seien da oben im Strauchwerk keine Seltenheit, weiß auch

Österreichs Waidmannslegende Rudolf Gürtler. Für ihn ist das zeitige Erwachen auch ein untrügliches Indiz dafür, dass der Frühling heuer früher dran ist als sonst. Bleibt im Sinne der Natur und des kleinen Nagers zu hoffen, dass das auch so bleibt und es keine bösen winterlichen Überraschungen mehr zu überstehen gilt.

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