Wirtschaftsflaute

Aufschwung? Weit und breit keine Erholung in Sicht

Vorarlberg
01.02.2024 18:05
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Der Geschäftsklimaindex ist gewissermaßen das Barometer der Vorarlberger Industrie. Und dieses besagt aktuell: Die Zeiten bleiben frostig. Womöglich ist aber zumindest die Talsohle erreicht. 

Seit dem Jahr 2001 erheben die Vorarlberger Wirtschaftskammer und die hiesige Industriellenvereinigung den sogenannten Geschäftsklimaindex (GKI). Und seit eineinhalb Jahren zeigt das Wirtschaftsbarometer nun schon Dauerfrost an, das hat es in der Geschichte dieser Konjunkturumfrage noch nicht gegeben.

Kein Aufschwung
Zwar lässt der neuste Wert die Kurve von minus 20,9 Punkten auf minus 18,3 Punkte leicht ansteigen, doch auf einen baldigen Aufschwung lässt auch das nicht hoffen. „Der schon so lange anhaltende Wirtschaftswinter bleibt uns leider noch einige Zeit erhalten“, gibt sich Markus Comploj, Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, wenig optimistisch.

Bei den Detailwerten fällt auf: Haben vor einem Quartal die befragten Betriebe die aktuelle Geschäftslage noch mit einem positiven Saldo (plus 4) bewertet, so ist dieser Wert nun auf minus 27 abgestürzt. Das heißt konkret: 42 Prozent der befragten Unternehmen, das sind immerhin die Arbeitgeber für gut 10.500 Menschen, bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Nur 15 Prozent bewerten sie als gut - daraus ergibt sich nach Adam Riese ein Saldo von minus 27.

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Wenn es wirtschaftlich so weitergeht, sind in Vorarlberg Arbeitsplätze und sogar Standorte in Gefahr!

Markus Comploj, Obmann der Sparte Industrie in der WKV

Die Wirtschaftskrise ist also nicht bloß eine Ahnung, sondern bereits Realität. Das zeigt sich auch an der Auftragslage. Diese hat sich weiter verdüstert, der entsprechende Wert beim Geschäftsklimaindex ist von minus 22 auf minus 29 gesunken. Die Auslandsaufträge verharren auf einem negativen Saldo von minus 31 - das ist schlicht katastrophal.

Optimismus hält sich in Grenzen
Dass sich die Stimmungslage im Vergleich zum Vorquartal dennoch minimal aufgeheitert hat, liegt in erster Linie an zwei Indikatoren: Zum einen hat sich die Ertragssituation ein wenig verbessert - der diesbezügliche Saldo ist von minus 40 auf minus 20 gestiegen. Und zum anderen gehen im Vergleich zum Vorquartal nicht mehr so viele Unternehmen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlimmern wird.

Was übersetzt aber nur heißt: Es bleibt so schlecht wie es ist, denn besser wird es auch nicht. Und so lautet die optimistische Interpretation des aktuellen Geschäftsklimaindex: Womöglich ist die Talsohle bereits erreicht. Und wann kommt nun die Erholung? „Erst Ende 2024 oder Anfang 2025 scheint ein Aufschwung realistisch“, hofft Comploj.

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