Auch in der Linzer Innenstadt gibt es Straßen, die erst völlig unscheinbar wirken, bevor man plötzlich in eine andere Welt einzutauchen scheint, wenn man einen Blick in deren Häuser wirft. Dies trifft ganz besonders auf die Bischofstraße zu, wo Siegfried Hain sich seinen großen Traum erfüllt.
Die Querung zur Landstraße hat sich in den letzten Jahren wahrlich gemausert und hält so manch besonderes Geschäft bereit. So etwa auch das „Stadtherz“, das Schuhmachermeister Siegfried Hain und seine Dorit in der Bischofstraße 9a betreiben und dort Schönes und Nützliches in Sachen Wohnen und Schenken bieten.
Über 150 Paare mit Geschichte
Und als wäre das nicht schon genug, hat sich Hain im Keller nun seinen Traum, der ihn schon 40 Jahre nicht mehr loslässt, erfüllt: sein eigenes Schuhmuseum, dass am 24. Jänner offiziell eröffnet wird. Der Schuster hat zwischen 500 und 800 Exponate in mühevoller Kleinarbeit mit jeder Menge Liebe zum Detail ausgestellt, rund 150 Paar Schuhe, die ältesten aus dem 18. Jahrhundert, bilden das Kernstück. Er hat alles in den letzten Jahrzehnten gesammelt, aus Verlassenschaften gekauft oder ersteigert.
Größe über Jahrhunderte verändert
Man hört Hain gerne zu, wenn der 62-Jährige zu jedem Paar Schuhe auch Geschichten seines einstigen Trägers erzählt. Wie etwa jene der Prinzessin Schwarzenberg, für deren Stiefel es ein Besteck gab, mit dem ihre Zofen bis zu 20 Minuten pro Schuh hantierten, um sie zu schließen. Oder wie er ganz zufällig an seine extrem seltene Colibri-Nähmaschine kam. Aber auch dass sich die Größe der Füße über die Jahrhunderte geändert hat. „Im 18. Jahrhundert war es ganz normal, dass Frauen Größe 35 hatten, heute zu vergleichen mit 39/40“, klärt Hain auf.
Die künftigen Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag (14 bis 18 Uhr) und Samstag (10 bis 16 Uhr).
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