Wirtschaft schwächelt

China: Nach Rachekonsum kommt ordentlicher Dämpfer

Ausland
02.01.2024 09:42

Anfang 2023 herrschte große Erleichterung in der Volksrepublik: Nach ganzen drei Jahren mir harten Corona-Maßnahmen kehrte wieder Normalität ein. Ein sogenannter „Rachekonsum“ war die Folge. Lange hielt der Boom allerdings nicht an …

Denn nun, zwölf Monate später, steht Chinas Wirtschaft wieder vor Ungewissheiten. Die anfängliche Freude über die wiedergewonnene Freiheit nach der Pandemie wich anderen Sorgen. Vor allem die anhaltende Immobilienkrise treibt die chinesische Mittelschicht um. Ihre Ersparnisse stecken in Wohnungen, deren Wert sich lange Zeit nur nach oben entwickelte. Nun fallen die Preise.

Die Turbulenzen bei den großen Immobilienentwicklern in China, die ihre Schulden nicht mehr bedienen können, sorgen für Verunsicherung. Allein Evergrande, der größte Entwickler des Landes, hat Schulden von über 300 Milliarden Dollar angehäuft. Die Folge: Viele Menschen halten ihr Geld zusammen. Der Motor der zweitgrößten Volkswirtschaft stottert - und daran dürfte sich auch im neuen Jahr nicht viel ändern.

Ein beliebtes Shoppingcenter in Chinas Hauptstadt Peking
Ein beliebtes Shoppingcenter in Chinas Hauptstadt Peking(Bild: ASSOCIATED PRESS)

Maßnahmen der Regierung reichen nicht aus
Zwar haben die Behörden Maßnahmen zur Belebung des Wohnungsmarktes ergriffen, darunter in einigen Städten die Senkung der Mindestanforderungen für Hauskäufer und der Hypothekenzinsen. Trotz dieser Bemühungen gibt es kaum Anzeichen für eine Erholung. „Die Regierung hat zwar Maßnahmen ergriffen, aber sie sind nicht stark genug“, sagt Liu Shengjun, Chefanalyst der chinesischen Denkfabrik Guoshi Financial Reform.

Prekäre Lage für junge Generation
„Damit sich die Wirtschaft 2024 maßgeblich verbessert, ist ein stärkerer Konsum essenziell“, meint auch Max Zenglein, Chefökonom des China-Instituts Merics in Berlin. Doch Vertrauen zurückzugewinnen, dürfte in diesem Umfeld nicht einfach werden. Vor allem unter jungen Chinesen macht sich Unbehagen breit. Unternehmen, die durch die wirtschaftliche Lage verunsichert sind, stellen weniger ein. Gleichzeitig drängt eine Rekordzahl von Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt. Im Sommer erreichte die Jugendarbeitslosigkeit mit über 20 Prozent einen Höchststand. Peking schaffte die entsprechende Statistik danach einfach ab.

Handelsstreit mit USA
Als wären die Probleme im Innern nicht genug, sieht sich Peking mit geopolitischen Herausforderungen konfrontiert. Nach wie vor tobt der Handelsstreit mit den USA, unter anderem um Hochtechnologien wie Computerchips. Der Westen wird in Peking zunehmend als Bedrohung wahrgenommen.

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