Die ersten olympischen Weichen wurden vom IOC gestellt. Zuerst soll Frankreich zum Handkuss kommen, vier Jahre später geht es wohl nach Nordamerika. Für 2038 bekommt die Schweiz ein Vorzugsrecht. Die Folgen des Klimawandels schweben allerdings wie ein Damoklesschwert über dem Wintersport-Spektakel.
Wo wird bald das olympische Feuer entfacht? Darüber hat die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees am Mittwoch, 29. November, beraten und die heiße Phase eingeläutet. Frankreich und die USA wurden zu intensiveren Gesprächen über die Ausrichtung der Winterspiele 2030 und 2034 eingeladen. In dieser Phase wird nur mit diesen Kandidaten verhandelt, das Olympia-Konzept soll zur endgültigen Reife gebracht werden. Die finale Entscheidung wird erst im Juli 2024 fallen. Für 2038 bekommt die Schweiz ein Vorzugsrecht.
Favoritensterben im Vorfeld
Eigentlich sollte die Entscheidung über die Spiele 2030 bereits im Oktober gefällt werden. Doch potenzielle Favoriten hatten ihre Bemühungen eingestellt. Das japanische Sapporo verzichtete wegen der Turbulenzen um den Korruptionsskandal rund um die Sommerspiele in Tokio auf seine Bewerbung. Vancouver erhielt keine Garantien für öffentliche Finanzmittel. Salt Lake City hatte für 2030 bedenken, weil 2028 in Los Angeles schon Sommerspiele in den USA stattfinden.
Letzes Wort nicht gesprochen
Das IOC hatte daher zuletzt andere Interessenten ermuntert, einen Anlauf für 2030 zu wagen. Das Schweizer Sportparlament hatte erst in der Vorwoche eine Bewerbung abgesegnet. Auch in Frankreich und Schweden hatten die Olympia-Projekte in den vergangenen Wochen Hürden auf dem Weg zu einer Bewerbung genommen. Frankreich schickt einen Verbund der früheren Winter-Gastgeber Chamonix (1924), Grenoble (1968) und Albertville (1992) sowie Nizza ins Rennen.
„Wir werden detailliertere Gespräche mit den interessierten Partnern starten “, sagte ÖOC-Präsident Karl Stoss, der als Vorsitzender der „Future Host Commission“ fungiert. „Die Städte müssen nun ihre Hausaufgaben machen. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, die Arbeit noch nicht finalisiert“, gibt Stoss die weitere Richtung vor.
Die kommenden Winterspiele im Jahr 2026 werden in Mailand und Cortina d‘Ampezzo stattfinden. Künftige Austragungsstätten geraten durch die Folgen des Klimawandels zunehmend in Schwierigkeiten. Nur zehn Schauplätze sind nach Berechnungen von Forschern von 2040 an überhaupt noch schnee- und eissicher genug.
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