Zwei Mal überfallen

Opfer packt aus: „Räuber durfte bei mir schlafen“

Salzburg
20.11.2023 08:00

Zwei Überfälle binnen einer halben Stunde! Der gebürtige Bayer Martin Baur erlebte beim Salzburger Hauptbahnhof Unfassbares - und ist 20.000 Euro los.

Seine Arme sind geschwollen und voll blauer Flecken. Jede Bewegung schmerzt. Selbst das Anziehen einer Hose ist derzeit fast ein Ding der Unmöglichkeit. Martin Baur erholt sich derzeit in einem Salzburger Hotel von seinen Blessuren - und denkt mit Schrecken an die Ereignisse vom Samstag zurück. Am helllichten Tag überfielen Unbekannte den gebürtigen Bayern in der Nähe des Hauptbahnhofs binnen einer halben Stunde gleich zweimal. Die Täter erbeuteten knapp 20.000 Euro in bar. „Das war ein abgekartetes Spiel“, vermutet Baur.

Bayer hob 20.000 Euro bei Bank am Hauptbahnhof ab
Warum der Deutsche derart viel Bargeld bei sich hatte? Baur erklärt das so: „Ich will von München nach Salzburg übersiedeln. Das Geld benötigte ich für die Miete.“ Laut eigenen Angaben hob er bereits am Donnerstag knapp 20.000 Euro bei der Sparkasse beim Hauptbahnhof ab. Er habe dafür im Vorfeld einen Termin ausgemacht. „Das dürfte jemand gesehen haben. Im Bahnhofsviertel spricht sich das dann schnell rum“, ist sich Baur sicher. Danach bezog er ein Hotelzimmer in unmittelbarer Nähe. „Dort gab es keinen Zimmertresor. Daher hatte ich das Geld immer bei mir“, sagt der Bayer.

Tags darauf lernte er nach einem Lokalbesuch drei Jugendliche kennen. Man kam ins Gespräch. Einer der Burschen stellte sich als „Niko“ vor. „Er meinte, dass er nichts zu essen hat und keinen Schlafplatz“, meint Baur. Damit hatte „Niko“ bei dem 65-Jährigen einen Nerv getroffen. Der Bayer lud den Jugendlichen zum Abendessen ein. Und: „Mein Hotelzimmer ist groß. Ich habe ihn bei mir schlafen lassen.“

Nach einer ruhigen Nacht überschlugen sich am Samstag die Ereignisse. Das ungleiche Duo ging noch gemeinsam frühstücken, dann verschwand „Niko“ plötzlich. „Bei der Bushaltestelle am Südtiroler Platz hat mich dann ein Ehepaar in gebrochenem Deutsch angesprochen“, sagt Baur. Der Mann schüttelte den 65-Jährigen und dürfte ihm dabei ein Kuvert mit rund 15.000 Euro geraubt haben. „Das Ganze dauerte wenige Sekunden, danach war mein Geld futsch“, lautet das bittere Fazit von Martin Baur. Das Ehepaar verschwand, dafür tauchte „Niko“ wieder auf. Er lockte Baur in eine Nebengasse und begann auf den Deutschen einzuprügeln. Der Bayer ergriff die Flucht, kam aber nicht weit. „Niko“ warf Baur gegen eine Betonwand. „Ich stürzte zu Boden, danach hatte er leichtes Spiel“, sagt Baur. Der Täter erbeutete Baurs Geldbörse samt den restlichen 5000 Euro Bargeld. Ein Zeuge schlug Alarm.

Die Ermittler sicherten Spuren und stellte ein Überwachungssvideo aus der Hotel-Lobby sicher. „Niko“ ist laut Polizei zirka 17 Jahre alt, schlank und 1,70 bis 1,80 Meter groß. Die Eheleute dürften zwischen 50 und 60 Jahre alt sein. Die Fahndung nach den mutmaßlichen Tätern läuft.

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