Brisante Hauptversammlung in Hütteldorf: Die Saison ist ausfinanziert, aber die europäische Gruppenphase ist fast Pflicht. Präsident Alexander Wrabetz: „Wir sind in Vorleistung gegangen“. Sportchef Markus Katzers „Schuss“ beim Trainer muss daher sitzen.
„Wir haben keinen Zeitdruck, werden eine Entscheidung treffen, wenn wir uns ganz sicher sind.“ Wie erwartet, konnte Rapids Sportchef Markus Katzer die Trainerfrage gestern (noch) nicht auflösen. Rund 600 (von mittlerweile 18.505) Mitglieder waren zur Hauptversammlung nach Hütteldorf gekommen. Und die empfingen trotz der sportlichen Talfahrt Kapitän Burgstaller und Co. mit Applaus
Zoki-Aus „alternativlos“
Für Präsident Alexander Wrabetz war die Trennung von Zoki Barisic, bei dem er sich für seine Arbeit bedankte, ihn für sein Herzblut lobte, letztlich sogar „alternativlos“. Ohne allerdings ins Detail zu gehen.
Wohl weil bei Rapid die Angst umgeht, man sich eine dritte Saison ohne europäischer Gruppenphase nicht leisten kann. Genau das droht jetzt. „Natürlich ist der Verein nicht darauf aufgebaut, dass wir das Ziel nicht erreichen“, bestätigt Wrabetz die Abhängigkeit vom internationalen Geschäft. Das bringt Einnahmen, steigert Attraktivität und Transfererlöse.
Das Geld ist verplant
Das Problem: Schon in der Saison 2022/23 bilanzierte Rapid de facto „nur“ mit einer schwarzen Null (48.500 Euro Gewinn). Obwohl man im Sommer vermeintliche Schlüsselspieler hielt, für Rapid-Dimensionen viel investierte (Cvetkovic, Grgic, Gale etc.).
„Wir sind in Vorleistung gegangen“, so Wrabetz. „Es ist ein kalkuliertes Risiko, keine Hochrisiko-Politik wie bei anderen Klubs. Zur Not können wir die Lücke schließen.“ Wohl mit Verkäufen. Obwohl die Strukturen (Personalabbau etc.) im Verein verschlankt wurden, so ein siebenstelliger Betrag im Jahr eingespart wird.
Verplant
Das positive Eigenkapital (21,4 Millionen Euro) ist schön, aber kein „Spielgeld“. Aktuell hat Rapid rund vier Millionen Euro auf dem Konto. „Aber das ist verplant“, so Wirtschafts-Boss Marcus Knipping. „Die laufende Saison ist damit ausfinanziert.“ Doch jetzt kommt der Trainerwechsel (Barisic hat Vertrag bis 2025) hinzu.
Rapid steckt in einem Teufelskreis fest. Umso mehr muss Katzers „Schuss“ beim Trainer sitzen.
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