Fr, 17. August 2018

Mit 30 Österreichern

31.03.2012 12:08

Kreuzfahrtschiff nach Brand vor Borneo in Seenot

Auf einem Luxusliner ist Freitagabend vor der Küste von Borneo ein Feuer ausgebrochen. Der Brand im Maschinenraum der "Azamara Quest" habe schnell gelöscht werden können, teilte die in Malta ansässige Reederei Azamara Club Cruises auf ihrer Webseite mit. Fünf Mitglieder der Besatzung seien durch eine Rauchgasvergiftung verletzt worden, einer von ihnen schwer. Die 600 Passagiere, die vorwiegend aus den USA und Europa stammen, seien wohlauf. Unter ihnen sind auch Österreicher.

"Nach uns vorliegenden Informationen sind mindestens 25 bis 30 Österreicher auf dem Schiff. Diese gehören zu einer Reisegruppe. Ob sich noch weitere an Bord aufhalten, ist derzeit noch nicht bekannt", sagte Außenministeriums-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Samstag. Derzeit gebe es laut dem Sprecher auch keine Hinweise darauf, dass die Österreicher zu Schaden gekommen sind.

Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut. Sobald feststeht, wohin das Schiff gebracht werde, werde von der Botschaft in Manila oder Koala Lumpur jemand entsendet, der sich um die österreichischen Passagiere kümmern wird.

Passagiere stundenlang ohne Klo und Klimaanlage
Die "Azamara Quest" trieb laut Reederei rund 200 Seemeilen vor der Küste von Balikpapan auf der Insel Borneo im Indonesischen Archipel. Nach dem Brand sei der Strom an Bord vorübergehend ausgefallen. Erst nach Stunden konnten die Klimaanlagen und die sanitären Anlagen, Wasserversorgung, Küchen und Kühlung wieder betrieben werden. Die Stimmung unter den Passagieren sei aber ruhig, hieß es in der Mitteilung der Reederei. Die Arbeiten an der Maschine dauerten noch.

Wann die "Azamara Quest" aus eigener Kraft weiterfahren kann, ist derzeit unklar. Die Reederei hat einen Schlepper zu Bergung des Schiffes angefordert. Auf jeden Fall soll das Schiff die Reise dann in Sandakan in Malaysia an der Nordspitze die riesigen Insel Borneo beenden. Das schwerer verletzte Crew-Mitglied musste nach Informationen der philippinischen Küstenwache, die das Schiff eskortierte, nicht in ein Krankenhaus geflogen werden.

Reederei will Heimreise sicherstellen
Azamara Club Cruises ist eine Marke des Kreuzfahrtkonzerns Royal Caribbean, der insgesamt 40 Schiffe besitzt. Azamara-Präsident Larry Pimentel werde ab Montag in Malaysia die Passagiere persönlich erwarten, um deren Weiter- oder Heimreise sicherzustellen, hieß es am Samstag. Neben der vollen Erstattung des Reisepreises soll jeder Gast einen Kreuzfahrt-Gutschein in gleicher Höhe erhalten.

Das Fünf-Sterne-Schiff hatte Hongkong am 26. März verlassen und war nach einem Stopp in Manila auf den Philippinen auf einem großen Südostasien-Trip unterwegs nach Singapur.

Bereits die dritte Schiffshavarie in diesem Jahr
Die Havarie ist der dritte größere Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff in diesem Jahr. Am 13. Jänner lief die "Costa Concordia" wahrscheinlich durch einen Fehler des Kapitäns vor der toskanischen Insel Giglio auf einen Felsen. Dabei starben 32 Menschen, noch immer bergen Taucher Leichen aus dem überfluteten Wrack.

Gut sechs Wochen danach, Ende Februar, havarierte das Schwesterschiff "Costa Allegra" nach einem Brand vor den Seychellen. Die Reisenden mussten drei Tage lang ohne Strom und Klimaanlage nur mit einer Notversorgung in tropischer Hitze an Deck ausharren.

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