Mi, 15. August 2018

Fokus auf Olympia

02.03.2012 10:29

Markus Rogan: "Ich möchte jetzt anders rüberkommen"

Österreichs Schwimm-Star Markus Rogan hat sich am Donnerstagabend bis zur Olympia-Angelobung im Juli im Grunde von Österreich verabschiedet. Rogan kommt vorher nur noch zur Zusammenkunft des OSV-Teams vor den Europameisterschaften vom 21. bis 27. Mai in Debrecen in die Heimat. Der 29-Jährige verspricht sich davon, möglichst wenig von seinem Ziel eines olympischen Medaillengewinns abgebracht zu werden, wie er im Interview verrät.

Herr Rogan, was ist der Grund dafür, dass Sie vor Olympia nicht mehr so richtig nach Österreich kommen?
Markus Rogan: Weil ich nicht vor Olympia glauben will, dass ich schon gewonnen habe. Wenn man kurz vor großen Wettkämpfen da ist, dann wünschen einem alle viel Glück. Aber sie wünschen dir so viel Glück, als ob du dir die Medaille nur noch abholen müsstest - weil es nicht so viele Medaillenkandidaten gibt. In Los Angeles aber trainiere ich mit Leuten, die besser schwimmen können als ich. Das ist ein Riesenvorteil. Da wirst du nicht so leicht größenwahnsinnig. Wenn du hingegen in Österreich zu jeder Olympia-Veranstaltung gehst, nimmst du erstens fünf Kilo zu und zweitens musst du zehnmal versprechen, dass du sicher gewinnen wirst.

Stichwort Körpergewicht: Wie sehr ist Ihnen die geplant gewesene Ernährungsumstellung gelungen?
Rogan: Ich bin draufgekommen, dass Kohlenhydrate doch nicht so schlecht sind. Ich bin regelmäßig mit meiner Ernährungsberaterin in Kontakt. Wenn es nach meinem Willen geht, dann ist sie die drei Wochen vor Olympia mit im Trainingslager. Die Fußballer haben immer einen Koch dabei. Einmal im Leben möchte ich das auch haben.

Was hat sich sonst noch durch die bewusstere Ernährung geändert?
Rogan: Ich habe schon um 5.30 Uhr ein großes Frühstück. Rechtzeitig vor dem Training von 7 bis 10 Uhr, das macht einen großen Unterschied. Danach kommt ein großes Mittagessen, der Mittagsschlaf zwei Stunden Nachmittagstraining und nach dem Abendessen manchmal schon um 20.00 Uhr ins Bett. Ich komme an guten Tagen auf zwölf Stunden Schlaf - das ist schon ein Luxus. Und ich bin draufgekommen, ich brauche mehr Gewicht fürs Training als für den Wettkampf. Wenn ich auf das Wettkampfgewicht von 91 Kilo gehe, dann halte ich kein Training aus. Aber wenn ich mit meinen 94 Kilo Trainingsgewicht einen Wettkampf schwimme, dann kann ich nicht so leicht schnell starten.

Sie treten dieser Tage bei den britischen Meisterschaften in London an. Wie wichtig ist es Ihnen, die Olympia-Anlage schon vor den Spielen kennenzulernen?
Rogan: Es ist eher das Demystifizieren. Zu erkennen, dass auch ein olympisches Schwimmbecken ein Schwimmbecken ist. Wir machen so viel mehr daraus. Ich versuche es runterzubringen auf den einfachsten Nenner - auf das, was es genau ist. Es geht um das richtige Einordnen.

Was meinen Sie damit genau?
Rogan: In Wahrheit hat mir Manchester (Anm.: 1. OSV-WM-Gold im April 2008) danach in Peking eine Olympia-Medaille gekostet. Vor allem dann diese mir gewidmete Briefmarke der österreichischen Post. Das ist ein Ego-Todesurteil. Da habe ich mir vor Olympia dann gedacht, jetzt habe ich es geschafft. Und probieren Sie einmal an den Start zu gehen mit dem Gefühl "Jetzt habe ich es geschafft".

Was würden Sie in ihrer Karriere rückblickend anders machen?
Rogan: Ich würde weniger oft probieren zu beweisen, wie schlau ich bin. Das war der größte Fehler. Ich wollte jedes Mal, jeden Tag zeigen, ich kann nicht nur schwimmen, sondern auch reden. Ich glaube, das hat mein Image geprägt. Ich probiere, in Interviews jetzt anders rüber zu kommen. Ob ich es schaffe, kann ich nicht beurteilen. Aber langfristig kannst du nur so sein, wie du bist. Du kannst langfristig keine Show abziehen. Wenn ich den Tick früher hätte abstellen können, hätte ich mich viel besser auf das Wesentliche konzentrieren können.

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