In Rotkreuz-Zentrale

Bei Anruf Hilfe: Hinter den Kulissen von „144“

Steiermark
03.09.2023 11:00

Ein brennendes Auto und die Oma, die verletzt in der Wohnung liegt: In der Rotkreuz-Zentrale in Graz laufen alle steirischen Notrufe ein.

„Rotes Kreuz Notruf - wo ist der Notfallort?“ - Wenn das rote Alarmlicht blinkt, greift Margot Haiden zum Hörer und spult ihr Routineprogramm ab. Angesichts des Inhalts des Anrufs in bewundernswerter Ruhe. „Kommt’s bitte schnell, die Oma liegt am Boden, sie blutet!“ Die Leitstellendisponentin hat keine Chance auf detaillierte Rückfragen, zu aufgeregt ist die Enkelin, die ihre Großmutter in der Wohnung verletzt aufgefunden hat. „Alles gut, wir schicken Ihnen einen Rettungswagen und den Notarzt vorbei!“ Es dauert nicht einmal eine halbe Minute, und Frau Haiden hat den Einsatz abgewickelt. Hilfe ist unterwegs.

Die Mürzzuschlagerin ist eine von 38 Mitarbeitern in der Rotkreuz-Zentrale in Graz-Straßgang und damit verantwortlich für 400 Rettungsfahrzeuge und mehrere ÖAMTC-Hubschrauber, die von hier aus in jeden Winkel unseres Bundeslandes gesteuert werden. „Ich mach das seit 1995 beruflich“, sagt die Frau am Notruftelefon, die nichts aus der Ruhe zu bringen scheint. Kühlen Kopf zu bewahren, wenn Menschen in Not sind, das ist ihr Job. „Das würde sonst nicht funktionieren. Und ich mach’s oft mit einem Augenzwinkern.“

„Vor dem Gleinalmtunnel brennt ein Fahrzeug“

Während wir Frau Haiden über die Schultern blicken, schaut Thomas Semmler, zuständig für die Alarmierung der Notarzt-Helikopter, gebannt auf den Bildschirm über ihm, auf dem sich in Echtzeit dramatische Szenen abspielen. Die Asfinag-Autobahnkameras zeigen ein in Flammen stehendes Fahrzeug vor dem Gleinalmtunnel. Ein Anrufer, er wollte vermutlich die Feuerwehr sprechen, hatte die 144 gewählt und den Brand gemeldet. Nun beobachtet man in der Leitstelle gebannt das Eintreffen der Floriani-Kollegen und ob weitere Rettungsmaßnahmen erforderlich sind. An diesem Tag atmen alle auf: Feuer rasch gelöscht, keine Verletzten, zum Glück auch keine Auffahrunfälle.

„Das Wichtigste ist, dass sich die Anrufer von uns führen lassen“, erklärt Bernhard Volk, für die Sicherheit und Technik im Rotkreuz-Haus zuständig. „Wenn sie unsere Fragen beantworten, haben wir alle Informationen zum konkreten Notfall und können bei Bedarf auch gleich Erste-Hilfe-Anweisungen am Telefon geben.“ Zeit gehe während des Gesprächs keine verloren, beruhigt der 45-Jährige; parallel werden bereits die Rettungsfahrzeuge ausgeschickt.

Landesrettungskommandant Peter Hansak ist stolz auf sein Team, das merkt man dem Rotkreuz-Urgestein an. In vielen Bereichen sind die steirischen „Roten“ Vorreiter. Doch Stehenbleiben ist im Medizin- und Sanitätsbereich keine Option: „Im Herbst müssen wir neu bauen. Unsere Leitstelle in Straßgang ist an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt."

Gerald Schwaiger
Gerald Schwaiger
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