Die Tiroler Neos sprechen sich für eine „Duale Oberstufe“ aus: Die Polytechnischen Schulen, die Berufsschulen und die Berufsreifeprüfung sollen darin zusammengeführt werden. So sollen die Jugendlichen mehr Zeit gewinnen, um sich die Entscheidung für einen Lehrberuf gut überlegen zu können.
Stefan Wirtenberger ist Politiker bei den Neos und Lehrer an der Polytechnischen Schule in Telfs. Gestern sprach er aber als Politiker, nicht als Lehrer, wie er klarstellte: „Als Lehrer kann ich nicht jammern, sondern muss liefern. Sonst wären wir Wacker 2.0, wo alle Schuld sind, außer wir selbst“. Als Politiker hingegen kann er sehr wohl seine Kritik anbringen und macht das auch deutlich: Für ihn muss die Berufsausbildung ohne Matura wieder mehr wert sein, denn Fachkräfte fehlen überall: „Irgendwann schauen wir alle aus wie frisch vom Woodstock, weil wir keine Friseure mehr haben!“
In diesem Schulsystem haben die Jugendlichen länger Zeit, einen Lehrberuf, der ihnen auch wirklich gefällt, zu wählen.
Stefan Wirtenberger, Telfer Ersatzgemeinderat der Neos und Lehrer
„Ich führe Jugendliche zum Schotter“
Seine Kritik betrifft die dreijährigen Fachschulen, wo oft nur Zeit abgesessen werde und kein positiver Schulabschluss erfolge. In der Polytechnischen Schule, wo es die Möglichkeit gibt, viele verschiedene Lehrberufe kennenzulernen, wären die Umstände besser: „Ich führe die Jugendlichen zum Schotter.“ Die Lösung der Neos: Eine Zusammenführung der Schulen in eine „Duale Oberstufe“, wo Polytechnische Schulen, Berufsschulen und Berufsreifeprüfung zusammengeführt werden.
„In diesem Schulsystem haben die Jugendlichen länger Zeit, einen Lehrberuf, der ihnen auch wirklich gefällt, zu wählen. Dadurch kommt es zu weniger Lehrabbrüchen. Zudem werden die Kompetenzen gebündelt. Kooperationen mit der Wirtschaft sind möglich und es folgt eine Aufwertung der Lehre. Im Anschluss ist ein Bachelor- oder Masterabschluss möglich“, zählte er die Vorteile auf.
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