Mi, 21. November 2018

Etwa erdgroß

21.12.2011 09:38

Astronomen finden bislang kleinste Exoplaneten

Das Weltraumteleskop "Kepler" hat bei seiner Suche nach Leben auf fernen Himmelskörpern die bislang kleinsten Planeten eines anderen Sterns entdeckt: Die beiden neu entdeckten sogenannten Exoplaneten haben nur den 0,87- bzw. 1,03-fachen Durchmesser der Erde. Der zuvor kleinste bekannte Exoplanet besitzt immerhin einen 1,42 Mal größeren Durchmesser als unser Heimatplanet.

Die beiden Exoplaneten kreisen um eine rund 1.000 Lichtjahre von unserer Erde entfernte Sonne namens Kepler-20a, die laut Angaben von Astronomen ein Planetensystem aus mindestens fünf Begleitern besitzt. Während es sich bei den bereits bekannten drei Planeten des Sterns um Gasriesen von etwa der Größe des Neptun handelt, haben die beiden neu entdeckten Exoplaneten Kepler-20e (im Bild links) und Kepler-20f (rechts) nur den 0,87- und 1,03-fachen Durchmesser der Erde.

Die Masse der beiden neu entdeckten Exoplaneten ist noch nicht bekannt. Die Astronomen um Francois Fressin vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik in Cambridge in Massachusetts halten es jedoch für möglich, dass beide eine ähnliche Zusammensetzung wie die Erde aufweisen, mit etwa einem Drittel ihrer Masse in einem Eisenkern und zwei Dritteln in einem Silikatgestein-Mantel.

Ferne Planeten zu heiß für Leben
Für Leben ist es auf den beiden fernen Planeten allerdings zu heiß: Sie umkreisen ihr Zentralgestirn, das unserer Sonne ähnelt, in nur sechs (Kepler-20e) beziehungsweise knapp 20 Tagen (Kepler-20f). Entsprechend liegt die Durchschnittstemperatur dort nach Berechnung der Astronomen bei unwirtlichen rund 400 und 850 Grad Celsius. Dennoch könnte der kühlere, weiter von seiner Sonne entfernte Planet sogar eine dichte Wolkenschicht aus Wasserdampf besitzen, schreiben die Entdecker im britischen Fachblatt "Nature".

Sonde "Kepler" sucht nach "zweiter Erde"
Das Weltraumteleskop "Kepler" war von der US-Raumfahrtbehörde NASA unter anderem gestartet worden, um nach erdähnlichen Planeten zu suchen. Die nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler benannte Sonde kann mit ihrer 95-Megapixel-Kamera den leichten Dimmer-Effekt erfassen, der entsteht, wenn ein Planet von der Erde aus gesehen vor seinem Stern vorbeizieht. Durch diese Helligkeitsschwankungen hat "Kepler" bereits mehr als 2.000 Kandidaten für Exoplaneten gefunden, die allerdings großteils noch bestätigt werden müssen.

Fast alle Exoplaneten, die seit 1995 entdeckt wurden, sind viel größer als die Erde und bieten keine Bedingungen, unter denen Leben – so wie wir es kennen – möglich wäre. Zuletzt hatte die Sonde "Kepler" einen Planeten mit 2,4-fachem Erddurchmesser in der bewohnbaren Zone seines Sterns aufgespürt (Bericht in der Infobox). Auf Kepler-22b (Bild 2) herrschen demnach milde 22 Grad. Anzeichen von Leben gibt es aber auch von dort nicht.

Bereits über 700 Exoplaneten entdeckt
Seit der Entdeckung der ersten Planeten bei einem anderen Stern vor rund 20 Jahren haben Astronomen mehr als 700 bestätigte Exoplaneten gefunden. Einige davon befinden sich in Sonnensystemen mit mindestens zwei Planeten. Mehr als 80 solcher Systeme wurden bislang aufgespürt. Bei der Mehrheit der bislang entdeckten Exoplaneten handelt es sich um sogenannte heiße Jupiter - also riesige Gasplaneten, die sehr eng um ihren Heimatstern kreisen.

Fotos: NASA/ARC/JPL-Caltech

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Mit Oppositionsstimmen
Kindergartenausbau samt Kopftuchverbot beschlossen
Österreich
„Wichtiger Schritt“
Antisemitismus-Gipfel: Kurz pocht auf EU-Erklärung
Österreich
„Klarer Favorit“
Bayern-Boss gesucht: Kahn vor München-Rückkehr?
Fußball International
Ab 2021/22
Keine Montagsspiele mehr in deutscher Bundesliga
Fußball International
Nations-League-Abstieg
Irland setzt Teamchef Martin O‘Neill vor die Tür
Fußball International
„Wegen der Hautfarbe“?
Wirbel um „Warnung“ der NEOS vor Kontrollen im Zug
Österreich
„Kein Menschenrecht“
Regierung verteidigt Nein zum UNO-Migrationspakt
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.